Doping-Liste

Die Doping-Liste der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) ist eine Verbotsliste, die Substanzklassen und Methoden auflistet, die entweder generell, bei Wettkämpfen oder nur in bestimmten Sportarten verboten sind.

Doping-Liste

Die Doping-Liste basiert auf der weltweit gültigen Verbotsliste der Welt Anti-Doping Agentur (WADA). Welche Substanzen und Methoden in die Verbotsliste aufgenommen werden, entscheidet ein WADA-Gremium. Dieses Gremium besteht aus internationalen Experten, der sogenannten List Expert Group. Die Substanzen und Methoden werden dabei nach drei Kriterien beurteilt:

  • ob sie leistungssteigernd wirken
  • ob sie die Gesundheit schädigen
  • ob sie dem Geist des Sports widersprechen

Aktualisierung der Doping-Liste

Die Doping-Liste wird einmal jährlich überarbeitet, kann in Ausnahmefällen aber auch vor Ablauf eines Jahres geändert werden, wenn aktuelle und dringende Hinweise eines Missbrauchs vorliegen.

Gliederung der Doping-Liste

Die Verbotsliste ist aufgeteilt in Substanzen und Methoden, die jederzeit verboten sind, Substanzen, die nur im Wettkampf verboten sind und Substanzen, die nur in einigen Sportarten verboten sind.

  • S0-S5: zu jeder Zeit verboten
  • S6-S9: im Wettkampf verboten
  • M1-M3: zu jeder Zeit verboten
  • Betablocker: nur in bestimmten Sportarten verboten

Substanzen und Methoden, die zu allen Zeiten verboten sind (in und außerhalb von Wettkämpfen)

S0. Nicht zugelassene Substanzen

Diese Substanzen sind momentan nicht durch eine staatliche Gesundheitsbehörde für die therapeutische Anwendung beim Menschen zugelassen.

S1. Anabole Substanzen

Die „klassischen“ Anabolika sind sogenannte Steroidhormone (kurz: Steroide), die strukturell vom Sexualhormon Testosteron abgeleitet sind. Beispiele für diese Gruppe sind, neben den Steroiden Testosteron, Nandrolon und Stanozolol, auch Clenbuterol, das eine anabole Wirkung aufweist.

S2. Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandte Substanzen und Mimetika

Eines der bekanntesten Mittel aus dieser Gruppe ist Erythropoietin, ein körpereigenes Hormon. Es wird in der Niere gebildet wird und hat die Aufgabe, die Produktion roter Blutkörperchen zu stimulieren. Weitere Beispiele für Substanzen aus Gruppe S2. sind CERA, hGH, LH, Xenon.

S3. Beta-2-Agonisten

Beta-2-Agonsiten sind in Arzneimitteln zur Behandlung von Asthma enthalten. Beispiele sind Fenoterol, Reproterol, Vilanterol

S4. Hormon- und Stoffwechsel-Modulatoren

Zu dieser Gruppe gehören Insulin, Aromatase-Inhibitoren, selektive Estrogen-Rezeptor-Modulatoren und andere anti-estrogene Substanzen.

S5. Diuretika und andere Maskierungsmittel

Diuretika sind Substanzen, die auf die Niere einwirken und zu einer vermehrten Harnausscheidung führen. Beispiele sind Furosemid, Hydrochlorothiazid und Probenecid.

M1. Manipulation von Blut und Blutbestandteilen

Als Manipulation von Blut und Blutbestandteilen sind u.a. Bluttransfusion, Blutplasmaspende und Dialyse verboten.

M2. Chemische und physikalische Manipulation

Darunter fallen beispielsweise die chemische Manipulation von Proben, der Urinaustausch oder intravenöse Infusionen.

M3. Gendoping

Zu Gendoping gehören die Übertragung von Erbinformation und Anwendung von normalen und genetisch veränderten Zellen.

Im Wettkampf verbotene Wirkstoffe und Methoden

S7. Narkotika

Narkotika haben stark schmerzlindernde Wirkungen. Hierzu gehören unter anderem Fentanyl, Morphin, Oxycodon.

S8. Cannabinoide

Cannabinoide sind Substanzen, die aus Hanf extrahiert oder künstlich hergestellt werden und den Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) beinhalten. Beispiele sind Haschisch, Marihuana.

S6. Stimulanzien

Stimulanzien sind Aufputschmittel, die sowohl die körperliche als auch psychische Leistungsfähigkeit kurzfristig verbessern können. Beispiele sind Amphetamine, Ephedrin, Kokain, Methylphenidat.

S9. Glucocorticoide

Glucocorticoide werden in Medikamenten gegen Asthma, Allergien und Entzündungen eingesetzt. Zu den Glucocorticoiden gehören z.B. Dexamethason, Hydrocortison und Prednisolon.

Bei bestimmten Sportarten verbotene Wirkstoffe

P1. Betablocker

Betablocker sind in Medikamenten gegen Bluthochdruck, Migräne und Herzkrankheiten enthalten und nur in bestimmten Sportarten verboten.

PDF öffnenDoping Liste NADA

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 21.11.2018

  • Auf Whatsapp teilenTeilen
  • Auf Facebook teilen Teilen
  • Auf Twitter teilenTeilen
  • DruckenDrucken
  • SendenSenden
Anzeige

Meistgelesene Meldungen

Pharma-News

Medizinische Fachgebiete

Orphan Disease Finder

Orphan Disease Finder

Hier können Sie seltene Erkrankungen nach Symptomen suchen:

 

Newsletter