Bermekimab – Antikörper gegen Juckreiz bei atopischer Dermatitis

Mit Bermekimab wird derzeit ein weiteres Biologikum für die Behandlung von Patienten mit schwerem Atopischem Ekzem erprobt. Erste Studien-Ergebnisse mit dem gegen das Interleukin IL-1a gerichteten Antikörper lassen hoffen: Nicht nur die Effloreszenzen gehen zurück, vor allem wird der Juckreiz deutlich gemildert.

Ekzem Hand

Der Juckreiz gehört zu den quälendsten Symptomen der Atopischen Dermatitis (AD). Denn das Jucken macht Schlafen fast unmöglich, und schränkt so die Lebensqualität erheblich ein. Forscher sind der Ursache des Juckreizes schon länger auf der Spur und sind dabei auf das Zytokin Interleukin IL-1α gestoßen: Bei AD produzieren defekte Keratinozyten IL-1α, was die Entzündungskaskade auslöst und die Schmerzwahrnehmung sowie den Pruritus verstärkt.

Juckreiz-Promotor hemmen

Würde IL-1α gehemmt, müsste auch der Juckreiz zurückgehen. Dies gelingt offenbar mit Bermekimab, wie die Ergebnisse einer Pilotstudie nahelegen, die Professor Dr. Eric Simpson von der Medizinischen Universität Oregon auf der Jahrestagung der American Academy of Dermatology in Washington D.C. vorstellte.

Simpson und seine Kollegen behandelten in der offenen Multicenter-Studie 38 Patienten mit Pruritus und mittelschwerer bis schwerer AD mit zwei unterschiedlichen Bermekimab-Regimen: Zehn Patienten erhielten über vier Wochen eine mit 200 mg niedrige Wochen-Dosis Bermekimab, die größere Gruppe mit 28 Patienten bekam einmal wöchentlich 400 mg Bermekimab über sieben Wochen.

Weniger Depressionen, mehr Lebensqualität

Für alle Wirksamkeitsendpunkte wurden in der Hochdosisgruppe nach sieben Wochen statistisch signifikante Verbesserungen beobachtet (p < 0,001 für alle Werte).
Symptom-Verminderung im Vergleich zum Ausgangswert in der Gruppe mit dem Dosisregime von wöchentlich 1 x 400 mg Bermekimab über sieben Wochen (in Prozent):

  • Dermatology Life Quality Index (DLQI): 70 %
  • Global Individual Signs Score (GISS): 54 %
  • Hospital Anxiety and Depression Scale – Subskala für Angststörungen (HADS-AS): 65 %
  • HADS – Subskala für Depression (HADS-DS): 59 %
  • Patient-Oriented Eczema Measures (POEM): 66 %
  • Severity Scoring of Atopic Dermatitis (SCORAD): 64 %.

Juckreiz deutlich gemildert

Bei dem wichtigen, d.h. für die Patienten besonders quälenden Symptom Juckreiz konnte eine starke Verbesserung erzielt werden:

75 % der Patienten wiesen bei den Bewertungen des heftigsten und des durchschnittlichen Juckens auf der 10 Punkte umfassenden Numerical Rating Scale (NRS) für Pruritus eine Verminderung um mehr als 4 Punkte auf.

EASI 75 bei 71% der Patienten

Zentrales Ziel aller Therapien bei Atopischer Dermatitis ist es das Ekzem zu mildern. Mit Bermekimab funktioniert dies offenbar:
Insgesamt besserte sich der Eczema Area and Severity Index (EASI) um 76%. 82% der Patienten erreichten in Woche 7 einen EASI 50 (also eine 50-prozentige Verbesserung im Vergleich zum Ausgangswert); 71% sogar einen EASI 75.

Keine neuen behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse wurden gemeldet. Einschränkend muss hier bemerkt werden, dass diese unverblindeten Machbarkeitsstudie, die vom US-Unternehmen XBiotech finanziert wurde, nur eine kleine Patientenzahl umfasste.

Autor: Angelika Ramm-Fischer (Ärztin)

Stand: 12.04.2019

Quelle:
  1. Simpson et al. (2019): Bermekimab is a rapid and effective treatment for atopic dermatitis, Vortrag bei der Jahrestagung der American Academy of Dermatology (AAD), 2.März 2019, Washington D.C., USA
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