Psoriasis-Leitlinie: Überblick zur systemischen Therapie

Im Oktober 2017 ist die neue S3-Leitlinie für Psoriasis vulgaris herausgekommen. Nachdem ein Jahr Erfahrungen gesammelt wurden, hier die wichtigsten Änderungen zur Leitlinie von 2011.

Psoriasis

Heute versteht man die Psoriasis vulgaris mit einer Prävalenz von 1,5-2,0 % der Bevölkerung als Volkskrankheit.

Zudem hat sich in den vergangenen Jahrzehnten das Verständnis der Schuppenflechte von einer reinen Hauterkrankung hin zu einer inflammatorischen Systemerkrankung verändert.
Entsprechend hat sich vor allem in der systemischen Therapie viel getan. Gemäß dem Update 2017 wird bei der systemischen Behandlung der Psoriasis vulgaris jetzt zwischen Erst- und

Zweitlinientherapie unterschieden. Hier die wichtigsten Neuerungen in der S3-Leitlinei zu Psoriasis vulgaris zu systemischer Therapie.

Erstlinientherapie

Acitretin

Die Therapieempfehlung für Acitretin wurde 2017 in ihrem Empfehlungsgrad heraufgestuft: „Acitretin kann zur Induktionstherapie bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vulgaris erwogen werden.“

Ciclosporin

Die Therapieempfehlungen von 2011 haben weiterhin Bestand, wurden jedoch
teilweise konkretisiert:

  • Ciclosporin kann zur Induktionstherapie bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vulgaris empfohlen werden.“
  • „Eine Kombination von Ciclosporin mit topischen Präparaten zur Behandlung bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vulgaris kann empfohlen werden.“

Methotrexat

Die Empfehlungen zur Dosierung und zum Monitoring wurden 2017 angepasst:

  • Methotrexat (MTX) kann zur Induktionstherapie bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vulgaris empfohlen werden.“
  • „Methotrexat wird zur Behandlung der Psoriasis vulgaris 1x pro Woche vorzugsweise parenteral verabreicht.“

Die empfohlene Initialdosis beträgt 15 mg pro Woche. Sprechen Patienten unzureichend an, kann die Dosis auf 20 mg pro Woche gesteigert werden. Zudem wird die Gabe von 5 mg Folsäure 24 Stunden nach der MTX-Gabe empfohlen.

Auch die Empfehlungen zu den Monitoring-Intervallen wurden angepasst:
Die Erhebung von Blutbild, Leberwerten (ALAT, ASAT und Gamma-GT) und Kreatinin ist vor und 1 Woche nach Behandlungsbeginn empfohlen. Weitere Kontrollen sind 6 Wochen nach Therapiebeginn sowie anschließend alle 6 bis 12 Wochen indiziert.

Eine engmaschige wöchentliche Erhebung des Blutbilds ist bei Abfall der Werte im Differentialblutbild indiziert. Ein Test auf das aminoterminale Propeptid von Prokollagen (PIIINP) kann vor Behandlung und im Verlauf der Langzeittherapie bei Auffälligkeiten im Fibroscan erwogen werden.

Für weitere Kontrolluntersuchungen und Sicherheitsmaßnahmen wird auf die Fachinformation verwiesen.

Ist kein ausreichender Therapieerfolg mit den konventionellen Erstlinientherapien zu erwarten, sind Adalimumab sowie das neu in die Leitlinienempfehlung aufgenommene Secukinumab indiziert.

Adalimumab

Die Therapieempfehlungen von 2011 haben weiterhin Bestand. Die Dosis-Angabe wurde 2017 aktualisiert: „Adalimumab wird zur Induktionstherapie bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vulgaris empfohlen, vor allem wenn andere Therapieformen keinen ausreichenden Therapieerfolg erwarten lassen, gezeigt haben, unverträglich oder kontraindiziert sind.“

Sprechen Patienten ungenügend auf die Adalimumab-Behandlung an, kann die Dosis nach 16 Wochen Therapie auf 40 mg jede Woche erhöht werden.

Secukinumab

Secukinumab ist ein Wirkstoff, der 2017 neu in die Empfehlungen zur systemischen Therapie aufgenommen wurde. „Secukinumab wird zur Induktionstherapie bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vulgaris empfohlen, vor allem wenn andere Therapieformen keinen ausreichenden Therapieerfolg erwarten lassen, gezeigt haben, unverträglich oder kontraindiziert sind.“

Guselkumab

Ebenfalls zur Erstlinientherapie zugelassen ist der IL-23-Hemmer Guselkumab. Der Wirkstoff kam etwa zeitgleich mit der Veröffentlichung der S3-Leilinie im Herbst 2017 auf den Markt und konnte daher nicht in die Leitlinie aufgenommen werden.

Zweitlinientherapie

Apremilast

Ein Wirkstoff, der 2017 neu in die Empfehlungen zur systemischen Therapie aufgenommen wurde, ist Apremilast: „Apremilast kann zur Induktionstherapie bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vulgaris empfohlen werden, wenn andere Therapieformen keinen ausreichenden Therapieerfolg gezeigt haben, unverträglich oder kontraindiziert sind.“

Etanercept

Die Therapieempfehlung für Etanercept wurde 2017 herabgestuft:
„Etanercept kann in der Dosierung von 1x 50 mg zur Induktionstherapie bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vulgaris empfohlen werden, wenn andere Therapieformen keinen ausreichenden Therapieerfolg gezeigt haben, unverträglich oder kontraindiziert sind.“

Infliximab

Die Therapieempfehlungen von 2011 haben weiterhin Bestand. Neu ist die Konkretisierung der Arzneimittelinteraktionen:

  • Infliximab wird zur Induktionstherapie bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vulgaris empfohlen, wenn andere Therapieformen keinen ausreichenden Therapieerfolg gezeigt haben, unverträglich oder kontraindiziert sind.“
  • „Die Kombination von Infliximab mit Anakinra oder Abatacept wird nicht empfohlen.“

Ustekinumab

Die Therapieempfehlungen von 2011 haben weiterhin Bestand: „Ustekinumab wird zur Induktionstherapie bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vulgaris empfohlen, wenn andere Therapieformen keinen ausreichenden Therapieerfolg gezeigt haben, unverträglich oder kontraindiziert sind.“

Ustekinumab hat die Zulassungserweiterung zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren mit Psoriasis vulgaris und wurde in die Leitlinie aufgenommen.

Autor: Angelika Ramm-Fischer (Ärztin)

Stand: 23.11.2018

Quelle:
  1. Nast et al.: S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris -Update 2017, AWMF-Register Nr. 013/001. Abrufbar hier
     
  2. Appendix Nast et al.: S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris –Update 2017, AWMF-Register Nr. 013/001. Abrufbar hier
     
  3. Nast et al.: S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris – Update 2011, AWMF-Register-Nr. 013/001
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