Oxymetazolin-Creme lässt Rosacea-Erythem erblassen

Rosacea-Patienten leiden häufig unter ihrer persistierenden Gesichtsröte. Mit Oxymetazolin in einer Creme-Zubereitung lässt sich das Erythem deutlich mindern, wie kürzlich eine Studie aus den USA ergab.

Rosacea

Oxymetazolin ist aus der Akutbehandlung von Heuschnupfen bekannt. Durch die vasokonstriktiven Eigenschaften des selektiven alpha1-adrenergen Rezeptor-Agonisten in Nasentropfen schwillt die Schleimhaut ab und die Nasen wird frei.

Diesen vasokonstriktiven Effekt will man sich auch bei Rosacea zu Nutze machen. Dr. Zoe Diana Draelos von Dermatology Consulting Services in High Point, USA und Kollegen haben deshalb die langfristige Sicherheit und Wirksamkeit von Oxymetazolin-Creme 1,0% bei 440 Patienten mit Rosacea mit mittelschwerem bis schwerem persistierenden Gesichtserythem untersucht [1]. In Woche 52 wurde bei 36,7 bzw. 43,4% der Patienten drei bzw. sechs Stunden nach Auftragen der Creme sowohl von Patienten als auch von Dermatologen eine deutliche Abblassung des Erythems im Vergleich zum Ausgangswert festgestellt. Nach Beendigung der Behandlung zeigten weniger als 1% der Patienten einen Rebound-Effekt.

Signifikant blassere Rosacea-Gesichter

Nachteil dieser Studie war allerdings die fehlende Kontrollgruppe. Das wurde von verschiedenen Dermatologen-Teams nachgeholt. Dr. Linda Stein-Gold vom Henry Ford Health System, West Bloomfield im US-Staat Michigan hat diese Ergebnisse nun in einer Metaanalyse ausgewertet [2]. Sie poolte die Daten zweier Phase-III-Studien. 885 Rosacea-Patienten mit moderatem persistierendem Gesichtserythem erhielten entweder einen 1%-Oxymetazolin-Creme oder das wirkstofffreie Vehikel. Sie trugen die jeweilige Creme einmal täglich für 29 Tage auf und wurden weitere 28 Tage nachbeobachtet. Als Erfolg wurde gewertet, wenn sich die Patienten verglichen mit dem Ausgangswert um mehr als zwei Stufen im Clinician Erythema Assessment (CEA) and Subject Self-Assessment (SSA) verbessert hatten, gemessen 3, 6, 9 und 12 Stunden nach dem Auftragen der Creme an Tag 29.

Gute Verträglichkeit, kein Rebound-Effekt

Diesen Wert erreichten signifikant mehr Patienten in der Oyxmetazolin- als in der Placebogruppe (p<0.001). Diese Bewertung von Ärzten und Patienten bestätigte auch die digitale Bildanalyse. Wirkstoffbedingte Nebenwirkungen kamen nach Einschätzung der Autoren nur selten vor: unter Oxymetazolin bei 16,4%; mit Vehikel bei 11,8% der Patienten. Es kam zu keiner relevanten Erythemsteigerung im Verlauf der 28-tägigen Nachbeobachtungszeit (Oxymetazolin, 1,7%; Creme-Grundlage, 0,6%).

Fazit der Autoren: Oxymetazolin reduziert effektiv die moderate bis schwere persistierende Gesichtsröte bei Rosacea und ist dabei gut verträglich.

Autor: Angelika Ramm-Fischer (Ärztin)

Stand: 19.03.2019

Quelle:
  1. Draelos et al. (2018): Efficacy and safety of oxymetazoline cream 1.0% for treatment of persistent facial erythema associated with rosacea: Findings from the 52-week open label REVEAL trial. JAAD, DOI: https://doi.org/10.1016/j.jaad.2018.01.027
     
  2. Stein-Gold et al. (2018): Topical Oxymetazoline Cream 1.0% for Persistent Facial Erythema Associated With Rosacea: Pooled Analysis of the Two Phase 3, 29-Day, Randomized, Controlled REVEAL Trials, J Drugs Dermatol. 2018;17(11):1201-1208.
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