PEK-Risiko sinkt mit steigendem Vitamin-A-Level

Kutanen Plattenepithelkarzinomen (PEK) lässt sich nicht nur durch guten Sonnenschutz von außen vorbeugen. Auch innerlich kann der Entstehung von weißem Hautkrebs entgegengewirkt werden: nämlich mit einer guten Vitamin A-Versorgung. Nach US-amerikanischen Kohortenstudien haben die Menschen mit den höchsten Vitamin A Leveln im Blut die geringste Inzidenz für ein PEK der Haut.

Vitamin A

Plattenepithelkarzinomen (PEK) der Haut sind in den vergangenen Jahren häufiger diagnostiziert worden. Ursache für diese im Volksmund auch weißer Hautkrebs genannten Tumore ist die lebenslange Dosis an UV-Strahlung. Und da die Lebenserwartung immer noch ansteigt, erleben mehr Menschen diese Erkrankung – und es werden in Zukunft sicher noch mehr werden.

Oraler Sonnenschutz für Out-door-Arbeiter?

Besonders von PEK betroffen sind Personen, die überwiegend im Freien gearbeitet haben. Hier wird auch von den Berufsgenossenschaften ein konsequenter Lichtschutz dringend empfohlen. Doch in der Praxis ist die Sache mit dem Sonnenschutz nicht so leicht: Unter Hüten und Helmen schwitzt man, Sonnensegel lassen sich nicht so ohne weiteres aufstellen und Sonnencreme wird mit dem Schweiß abgewaschen. Da wäre es doch hilfreich, wenn sich der Schutz vor PEK auch oral erledigen lassen würde. Und offenbar funktioniert dies – wenn auch nur in geringem Umfang, wie Wissenschaftler an der Universität von Providence (US-Staat Rhode Island) mittels einer Kohortenstudie herausgefunden haben.

Über 120.000 Personendaten analysiert

Hierfür analysierten die Forscher die Daten von 75.170 Frauen aus der Nurse Health Study und von 48.400 Männern der Health Professionals Follow-up Study, für die Gesundheitsdaten über 26 bzw. 28 Jahre vorliegen. Ein PEK war bei 3.978 Personen dieses Datenpools diagnostiziert worden.

Vitamin-A-Gehalt indirekt per Ernährungsfragebögen ermittelt

Dies wurde in Beziehung gesetzt zum Vitamin-A- und Karotinoid-Gehalt der Nahrung, die per Fragebögen erfasst worden waren. Da man weiß, wie viel von diesen Nährstoffen in den einzelnen Lebensmitteln steckt, ließ sich so der Vitamin-A-Level indirekt ermitteln.  Vitamin A ist sowohl in tierischen – vor allem in Leber, Eigelb, Butter und Thunfisch – als auch in pflanzlichen Lebensmitteln (etwa in Karotten, Grünkohl, Spinat oder Feldsalat) enthalten.

Die so erhobenen Vitamin-A-Mengen teilten die Forscher in Quintilen ein, wobei die Quintile mit dem geringsten Vit. A-Level den Referenzwert bildete.

Die tägliche Vitamin A-Aufnahme lag bei den Frauen der höchsten Quintile durchschnittlich bei mehr als 21.000 IE Vitamin A pro Tag, bei den Männern bei über 26.000 IE/d. Im niedrigsten Quintil waren nahmen die Frauen im Mittel 6.800 IE/d zu sich, die Männer 7200 IE/d. Eine IE (Internationale Einheit) entspricht dabei 0,3 μg Retinol. Diese Quintilen wurden in Relation zum Erkrankungsrisiko gesetzt.

Je mehr Vitamin A, desto weniger PEK

Im Vergleich zu der Gruppe mit der geringsten Aufnahme war das PEK-Risiko im 3. Quintil um 3 Prozent, im 4. um 7 Prozent und im 5. Quintil um 17 Prozent verringert.

H3: Keine Risikoreduktion durch Multivitamin-Tabletten

Die Analyse wurde noch verfeinert, in dem die Risikoreduktion für die einzelnen Vitamin A-Derivate analysiert wurde. Für die Karotinoide Beta-Cryptoxanthin und Lycopin sank das PEK-Risiko um relative 14 bzw. 13 Prozent. Bei Lutein und Zeaxanthin zusammen betrug der Rückgang relative 11 Prozent. Kein signifikanter Zusammenhang zeigte sich für Betakarotin. Für Gesamtretinol betrug die Risikoreduktion 12 Prozent.

Erstaunlich war, dass Vitamin A in Form von Nahrungsergänzungsmitteln für die Risikoreduktion nur einen geringen Effekt hatte.

Um aus diesen Ergebnisse Empfehlungen zur Vorbeugung von PEK abzuleiten  –beispielsweise für Hochrisiko-Patienten – bedarf es aber noch weiterer, ausgedehnter Studien, so die Autoren.

Autor: Angelika Ramm-Fischer (Ärztin)

Stand: 16.10.2019

Quelle:
  1. Kim J et al. (2019):  Association of Vitamin A Intake With Cutaneous Squamous Cell Carcinoma Risk in the United States, JAMA Dermatol, doi:10.1001/jamadermatol.2019.1937
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