Kaffee schützt vor Rosacea

Frauen, die viel Kaffee trinken, laufen weniger Gefahr, eine Rosazea zu entwickeln, als Kaffee-Abstinente. Das ergab eine Auswertung der Nurses Health Study. Das ist eine gute Nachricht für alle, die wegen einer erblichen Rosazea-Veranlagung vorsorglich auf Kaffee verzichtet haben.

Kaffee

Kaffee hat immunsuppressive Effekte, die das Risiko für eine Rosazea senken könnten. Kaffee bzw. das Koffein wirkt zwar vasokonstriktiv, als Heißgetränk erweitert er aber gerade im Gesichtsbereich die Gefäße – was ein Aufflammen der Haut begünstigen würde. Um diese Zusammenhänge zu klären, haben die Wissenschaftler um Dr. Sunyun Li von der Universität Qingdao (China), die Antworten von 82.737 Krankenschwestern, die 2005 im Rahmen der Nurses Health Study II Fragebögen erhalten hatten, ausgewertet [1].

Bei den Krankenschwestern war unter anderem alle vier Jahre der Konsum von Kaffee, Tee, Limonaden und Schokolade erhoben und mit der klinischen Diagnose einer Rosazea abgeglichen worden.

Je mehr Kaffee, desto seltener Rosazea

Während einer Gesamtbeobachtungszeit von 1.120.051 Personen-Jahren wurden 4.945 Fälle von Rosazea neu diagnostiziert.

Dabei stellte sich heraus, dass diejenigen Studien-Teilnehmerinnen, die vier oder mehr Tassen täglich tranken, ein um fast ein Viertel geringeres Rosazea-Risiko (HR 0,77, 95%-KI 0,69−0,87) aufwiesen als Probandinnen, die fast nie − seltener als einmal pro Monat − Kaffee tranken. Das absolute Rosazearisiko der „Vieltrinkerinnen“ war um 131 Erkrankungsfälle pro 100.000 Personenjahre niedriger als das der Krankenschwestern, die kaum Kaffee tranken.

Der inverse Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und Rosazea-Inzidenz blieb auch dann bestehen, wenn weitere Risikofaktoren, wie Alkoholkonsum, Rauchen und hoher BMI, berücksichtigt worden waren. Für entkoffeinierten Kaffee, Tee, Cola oder Schokolade ließ sich ein solcher inverser Zusammenhang hingegen nicht nachweisen.

Schutz durch Antioxidantien?

Ergebnisse epidemiologischer Studien können allerdings nicht klären, warum Kaffee die Rosazea-Inzidenz senken kann. Dennoch spekulieren Li und ihr Team über mögliche Wirkmechanismen. Sie vermuten, dass neben der gefäßverengenden Wirkung des Koffeins auch die im Kaffee enthaltenen Antioxidanzien Entzündungsprozesse in der Haut eindämmen könnten. Sogar eine Wirkung auf hormoneller Ebene ist für die Wissenschaftler denkbar, da Koffein die Konzentration von Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol beeinflusse.

Fazit

Trotz der eindeutigen Ergebnisse würden die Studienautoren Patientinnen, die bereits unter einer Rosazea leiden, keinen Kaffee empfehlen.  Eine Einschränkung des Konsums zur Prävention dieser Hautkrankheit sei jedoch nach diesen Ergebnissen nicht mehr gerechtfertigt.

Autor: Angelika Ramm-Fischer (Ärztin)

Stand: 30.11.2018

Quelle:
  1. Li et al. (2018): Association of Caffeine Intake and Caffeinated Coffee Consumption With Risk of Incident Rosacea In Women. JAMA Dermatology, DOI: 10.1001/jamadermatol.2018.33
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