S3-Leitlinie für Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom

Die bereits im Januar angekündigte S3-Leitlinie ist nun veröffentlicht worden. 28 Fachgesellschaften und -organisationen haben unter Federführung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) eine Orientierungshilfe auf der höchsten Evidenzstufe für die Diagnostik und Therapie des Plattenepithelkarzinoms der Haut und dessen potentiellem Vorläufer, der Aktinischen Keratose, erarbeitet.

Landwirt

Bisher gab es keine Leitlinie der höchsten Evidenzstufe S3, weder für Aktinische Keratose (AK) noch für das Plattenepithelkarzinom (PEK) der Haut. Es war lediglich eine S2-Leitlinie zum PEK aus dem Jahr 2013 und eine S1-Leitlinie zur AK aus dem Jahr 2011 erarbeitet worden.

Leitlinie umfasst 205 Seiten

Allerdings war es auch ein sehr umfangreiches Unterfangen: Letztlich wurden in das über 200 Seiten starke Werk aus einer Vielzahl an untersuchten und bewerteten Arbeiten 462 Literaturstellen aufgenommen.

Angesichts des steigenden Bedarfs und der vielen Therapieoptionen waren eine Aktualisierung und die Anhebung auf das S3-Niveau zu den durch UV-Exposition verursachten Hauterkrankungen eigentlich längst überfällig.

Inzidenz von AK und PEK steigt

Die Experten gehen aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung davon aus, dass die Anzahl der Neuerkrankungen in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Obwohl es kaum belastbare Daten gibt, stellen die Experten fest: Die Inzidenz der AK nimmt zu, die Prävalenz in Deutschland beträgt mehrere Millionen Menschen.

Die Inzidenz des PEK ist in den vergangenen 30 Jahren um das 4-fache angestiegen, auch diese Angabe beruht jedoch auf unvollständigen Daten. Die Mortalität ist wegen der „fehlenden Abbildbarkeit in der ICD-10“ unbekannt, jedoch vergleichsweise gering. Sie ist in der Statistik zum nicht-melanozytären Hautkrebs (der außer dem PEK u.a. auch M. Bowen und Basaliome umfasst) enthalten, an dem im Jahr 2015 laut Todesursachenstatistik 814 Personen verstarben.

Viele Optionen machen Therapieentscheidung bei AK schwer

Des Weiteren widmen sich die Experten in der neuen Leitlinie ausführlich den Therapieoptionen bei AK, die in den vergangenen Jahren einen großen Zuwachs erfahren haben, beispielsweise Lasertherapien, topische Arzneimittel in Creme- oder Gelform oder die Photodynamische Therapie mit Tageslicht. Allerdings sind diese Verfahren nur eingeschränkt miteinander vergleichbar.

Leitlinie geht auch auf Risikogruppen und Berufskrankheiten ein

Besonders wird auch auf Risikogruppen eingegangen, beispielsweise auf immungeschwächte Patienten. Die Leitlinie enthält außerdem Themen, die bisher in den Vorgänger-Leitlinien unberücksichtigt geblieben sind, wie die nicht-invasive Hautkrebsdiagnostik und UV-induzierter Hautkrebs als Berufskrankheit.  

Ziel der Leitlinie: Versorgung verbessern

Die S3-Leitlinie soll Qualitätsstandards setzen, welche über die gleichzeitig entwickelten Indikatoren in Krebsregistern und in zertifizierten Hautkrebszentren erfasst werden können und damit langfristig die Versorgung von Hautkrebspatienten verbessern.

Autor: Angelika Ramm-Fischer (Ärztin)

Stand: 07.08.2019

Quelle:

Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom der Haut, Langversion 1.0, 2019, AWMF Registernummer: 032/022OL

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