Tattoo-Entfernung künftig nur durch Ärzte

Laser-Behandlungen dürfen künftig nur noch von Ärzten, genauer gesagt von Dermatologen oder plastischen Chirurgen, vorgenommen werden, so ein Beschluss des Bundeskabinetts. Und auch nur, wenn sie eine entsprechende Schulung nachweisen können. Damit dürfen Kosmetik-Studios oder auch Tätowier-Studios, in denen auch per Laser entsprechende Tattoos entfernt werden, diese Tätigkeit nicht mehr durchführen.

Tattoo-Entfernung

Der Beschluss beruht auf einer Empfehlung des Bundesamtes für  Strahlenschutz (BfS) [1]. Eine repräsentativen Umfrage des BfS mit rund 9.600 Teilnehmern ab 18 Jahren ergab, dass 6,6% bereits Laser-Anwendungen genutzt haben, etwa zur Tattoo-Entfernung, zur Beseitigung von Pigmentstörungen oder Hautunebenheiten sowie zur Epilation. Bei 40% aller Anwendungen kam es zu temporären und bei weiteren 18% zu dauerhaften Nebenwirkungen.

Das ist erstaunlich, denn 83% ließen sich beim Arzt behandeln, und nur 14% wählten Kosmetik- oder Tattoo-Studios. „Die Umfrage bestätigt, dass die optische Bestrahlung der Haut unliebsame Folgen haben kann“, so BfS-Präsidentin Inge Paulini. „Wir setzen uns daher für eine fundierte Ausbildung derjenigen Personen ein, die professionell solche Anwendungen in der Kosmetik anbieten.“

Fachkundenachweis gefordert

Im Rahmen der Modernisierung des Strahlenschutzgesetztes muss laut Referentenentwurf künftig nachgewiesen werden, dass die erforderliche Fachkunde im Umgang mit den Laserstrahlen entweder durch Schulungen oder durch eine fachärztliche Weiterbildung in den Bereichen Dermatologie oder plastische bzw. ästhetische Chirurgie vorhanden ist [2].

Anwendungen, bei denen die Epidermis verletzt wird, dürfen künftig nur noch von Fachärzten oder von Personal mit Fachkunde unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Das gilt auch, wenn die Laserbehandlung aus kosmetischen Gründen erfolgt – hier ist ebenfalls für die Durchführung die fachärztliche Expertise erforderlich.

Entscheidung über Laserbehandlung durch Mediziner

Die Regelung kommt den Dermatologen aus mehreren Gründen entgegen. Zunächst die medizinischen: Nur Dermatologen können beurteilen, ob sich auf der gefärbten Haut möglicherweise noch andere Diagnosen verbergen, beispielsweise aktinische Keratosen oder Nävi, die möglicherweise eine Laserbehandlung obsolet machen. Zudem können Mediziner sachgerecht über die Risiken und Nebenwirkungen wie Verbrennungen oder Hyperpigmentierungen aufklären. Schließlich wirken durch das hochenergetische Beschießen der Pigmente hohe Temperaturen in den verschiedenen Hautschichten. Dadurch zerfallen die Pigmente in kleinere Partikel, die durch das Lymphsystem abtransportiert werden.

Entfernung einer Tätowierung ist Selbstzahlerleistung

Ein weiterer Grund zur Freude bei den Ärzten ist sicher ein wirtschaftlicher: Die Entfernung von Tätowierung ist eine Selbstzahlerleistung, die je nach Größe des Tattoos mit 80 bis 500 Euro pro Sitzung zu Buche schlägt. Bei großflächigen Tattoos sind oft mehr als zehn Sitzungen erforderlich.

Das Nachsehen werden vermutlich die Tattoo- und Kosmetikstudios haben. Sie dürfen künftig nur mit „unmittelbarer Aufsicht durch Ärzte“ lasern.

Picolaser entfernt Profi-Tattoos besser als Nanolaser

Außerdem haben Dermatologen und in der ästhetischen Medizin tätige Ärzte ihr Tun wissenschaftlich begleitet. Unter anderem hat sich dabei herauskristallisiert, welcher Laser für die Entfernung welcher Tätowierung am ehesten geeignet ist: Der Trend geht zwar zum kürzer gepulsten Picosekunden-Laser, doch gilt dies in erster Linie für die Tätowierungen, die mit einer Profinadel eingebracht worden sind. Allerdings zeigte sich kein Unterschied zwischen Pico- und Nanosekundenlaser bei der Entfernung von Laien-Tätowierungen oder Permanent-Make-up [3].

Autor: Angelika Ramm-Fischer (Ärztin)

Stand: 11.09.2018

Quelle:
  1. Bundesinstitut für Strahlenschutz (BfS)
     
  2. Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Entwurf einer  Verordnung  zur  weiteren  Modernisierung  des  Strahlenschutzrechts
     
  3. Lorgeou et al. (2018): Comparison of two picosecond lasers to a nanosecond laser for treating tattoos: a prospective randomized study on 49 patients. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, DOI: https://doi.org/10.1111/jdv.14492
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