Topische Immuntherapie bei Alopecia areata wirkt

Lokal aufgetragene Kontaktsensibilisatoren wie Diphenylcyclopropenon oder Quadratsäuredibutylester beeinflussen offenbar das Immunsystem derart, dass bei Alopecia areata wieder Haare wachsen. Laut einer aktuellen Metaanalyse bei fast zwei Dritteln der Patienten.

Alopecia areata

Bei schwerem und refraktärem kreisförmigen Haarausfall (Alopecia areata) gilt die topische Immuntherapie mit Kontaktsensibilisatoren wie Diphenylcyclopropenon oder Quadratsäuredibutylester bezüglich ihrer Wirksamkeit als gut dokumentiert. Doch wie gut diese Methoden tatsächlich wirken, konnte aufgrund der verschiedenen Methoden zur Bestimmung der Wachstumsraten nur schwer beziffert werden.

Um dennoch eine verlässliche Aussage treffen zu können, werteten Dr. Solam Lee und Kollegen von der Universität Wonju in Südkorea 45 Studien zur Wirksamkeit einer topischen Immuntherapie bei Alopecia areata aus und vereinheitlichten die unterschiedlichen Bewertungskriterien [1].

Bewertung mit einheitlichen Kriterien zum Haarwachstum

Ziel der Studie war es, die klinischen Resultate der Immuntherapie bei der Alopecia areata anhand standardisierter Kriterien zu messen. Dazu wurden 45 Studien mit 2.227 Patienten, die in einer Datenbanksuche gefunden wurden, selektiert und anhand mehrerer Kriterien aufgeschlüsselt. Das Neuwachstum der Haare wurde anhand einer 4-stufigen Skala eingeteilt.

Ergebnisse

Anhand dessen konnte festgestellt werden, dass unter den Immuntherapien bei 65,5% der Patienten mit Alopecia areata erneut Haare sprießten. Bei der fleckenförmigen Form betrug die Neuwachstumsrate 74,6%, in der Alopecia totalis/universalis-Gruppe hatten 54,5% wieder Haare.

Einen vollen Haarschopf konnten durchschnittlich 32,3% der Patienten verbuchen. Bei der klassischen areata-Form waren das 24,9%, bei der Totalis-Form sogar 32,3% der Patienten.
Chancen sinken mit Schwere des Haarausfalls

Des Weiteren konnten die Forscher bestimmen, welche Faktoren den Behandlungserfolg beeinträchtigen: Das waren Patienten, bei denen mehr als die Hälfte des Kopfes von Haarausfall betroffen war (Odds Ratio [OR] 3,05). Ebenso schlug die Immuntherapie bei Patienten mit Nagelbeteiligung (OR 2,06) oder Vorgeschichte als Atopiker (OR 1,61) schlechter an.

Die Neuerkrankungsrate betrug unter Erhaltungstherapie 38,3%, und ohne fortgesetzte Therapie 49,0%.

Ergebnisse helfen bei der Patientenberatung

Insgesamt belegt diese Übersichtsarbeit die guten Erfolgschancen mit dieser Therapie. Bei der Therapiewahl und der Beratung der Patienten, vor allem hinsichtlich ihrer Erwartungen, kann die Aufschlüsselung nach unterschiedlichen Alopezie-Formen hilfreich sein. Die Daten zur Erhaltungstherapie könnten dazu beitragen, dass die Patienten die Therapie konsequent beibehalten.

Autor: Angelika Ramm-Fischer (Ärztin)

Stand: 10.09.2018

Quelle:
  1. Lee et al. (2018): Hair Regrowth Outcomes of Contact Immunotherapy for Patients With Alopecia Areata: A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA Dermatology, DOI: 10.1001/jamadermatol.2018.2312
  • Auf Whatsapp teilenTeilen
  • Auf Facebook teilen Teilen
  • Auf Twitter teilenTeilen
  • Auf Google+ teilenTeilen
  • MerkenMerken
  • DruckenDrucken
  • SendenSenden
Anzeige