Varizen-OP: mehr Rezidive nach Lasertherapie

Bei Stamm-Varikose sollte bei der Wahl des Therapieverfahrens auch an das langfristige Ergebnis, besonders an die Rezidiv-Häufigkeit, gedacht werden. Bochumer Phlebologen haben mittels einer Metaanalyse belegen können, dass mit einer endovaskulären Lasertherapie bis zu fünf Mal häufiger wieder Krampfadern entstehen als bei der klassischen Crossektomie mit Stripping der V. saphena magna.

Krampfadern

Die klassische Varizen-Operation mit Crossektomie und Stripping geht postoperativ mit großen Blutergüssen und Schmerzen einher. Daher hat man nach schonenderen Methoden gesucht. Ein großer Fortschritt waren hier die endovaskulären Methoden wie das Hitzeablationsverfahren mittels Laser.

Dieses schonendere Verfahren hat sich mehr und mehr zum Standard entwickelt. Dabei ist allerdings zu beachten, dass das tiefe Beinvenensystem nicht durch die Hitzeentwicklung geschädigt werden darf. Daher muss ein Sicherheitsabstand zur Einmündung der V.saphena magna ins tiefe Beinvenensystem (Crosse) eingehalten werden. Es verbleibt somit regelhaft ein Crossen-Stumpf. Beim Stripping, zu dem immer eine Crossektomie dazugehört, wäre ein Crossen-Stumpf ein Behandlungsfehler.

Crossen-Stumpf: Ursache der Rezidive?

Denn dieser Crossen-Stumpf ist meist Ausgangspunkt für ein Rezidiv. Wie oft tatsächlich nach einer Laser-Therapie der Stammvarikosis die Krampfadern wiederkehren, haben nun Phlebologen der Ruhr-Universität Bochum mittels einer Metaanalyse untersucht [1]. Sie suchten nach prospektiven randomisierten Studien (RCT) mit mindestens fünf Jahren Nachbeobachtungsdauer, in denen endovenöse Hitzeablationsverfahren (EVLA) mit der Crossektomie und Stripping-Operation (C + S) verglichen wurden und in denen ein möglicher Crossen-Reflux mit Duplexsonographie erfasst wurde. Das duplexsonographische Crossen-Rezidiv gilt als Surrogatparameter für das später auftretende klinische Varizen-Rezidiv. Schließlich konnten die Gefäßspezialisten sechs Studien mit Laser vs. C+S in ihre Auswertung einschließen.

Deutlich häufiger erneute Krampfadern nach Lasertherapie

In keiner dieser Studien war die Rate duplexsonographischer Crossen-Rezidive nach EVLA niedriger als nach C + S. In einer Studie waren die Rezidivraten gleich und in fünf Studien ergab sich ein Vorteil für die Operation. In diesen fünf war die Rate duplexsonographischer Crossen-Rezidive nach EVLA 1,7–5,6 Mal höher als nach C+S.

Fazit

Die Abkehr vom Prinzip der Crossektomie geht bei der endovaskulären Lasertherapie zulasten einer höheren Rate von Crossen-Rezidiven. Dieses Ergebnis hat auch sozialmedizinische Bedeutung: Denn kommt es erneut zu Krampfadern, bedeutet dies für die Patienten auch erneut entsprechende Beschwerden und vor allem ein erhöhtes Risiko für ein Ulcus cruris.  Und dies bedarf dann wieder einer erneuten Behandlung, für die mit hohen Folgekosten gerechnet werden muss.

Autor: Angelika Ramm-Fischer (Ärztin)

Stand: 08.04.2019

Quelle:
  1. Mumme et al. (2019): Alarmierend hohe Rate saphenofemoraler Rezidive nach endovenöser Lasertherapie. Phlebologie 2019; 48(01): 18-22, DOI: 10.1055/a-0798-6120
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