Plasmaglukose als prädiktiver Marker für Typ-2-Diabetes

Forscher verglichen 1.527 prädiktive Modelle mit unterschiedlichen Kombinationen der Parameter Plasmaglukose, HbA1c, metabolische Marker und klinische Risikofaktoren und bestätigten die Eignung des Einstundenwerts des Standard-OGTT für die klinische Praxis.

Diabetes

Hintergrund

Ein frühzeitiges Erkennen von Dysglykämie ist entscheidend, um das Fortschreiten eines Prädiabetes zum Typ-2-Diabetes zu verhindern. In früheren Studien wurde eine Reihe von metabolischen Biomarkern identifiziert, die mit der Inzidenz von Prädiabetes und Typ-2-Diabetes in Verbindung stehen. Dr. Gopal Peddinti vom VTT Technical Research Center of Finland Ltd in Espoo und Kollegen identifizierten sieben metabolische Marker, die das beste Vorhersagemodell in Kombination mit klinischen Risikofaktoren lieferten.

Kürzlich wurde berichtet, dass der Einstundenwert der Plasmaglukose nach einer Glukosegabe (1-h PG) ein besserer Prädiktor für Dysglykämie ist als die Nüchtern-Plasmaglukose (fasting plasma glucose [FPG]), der 2-h PG oder das glykosylierte Hämoglobin (HbA1c).

Zielsetzung

Wissenschaftler um Peddinti untersuchten in einer prospektiven Studie die Vorhersagekraft von klinischen Risikofaktoren, Metaboliten, Insulinspiegeln (INS), HbA1c und PG-Werten zu verschiedenen Zeitpunkten während eines oralen 75-Gramm-Glukosetoleranztests (OGTT).

Methodik

Die Forscher bestimmten die PG- und INS-Werte bei 0, 30, 60 und 120 Minuten während eines OGTT bei 543 Personen. 146 dieser Probanden entwickelten innerhalb einer Nachbeobachtungszeit von zehn Jahren einen Typ-2-Diabetes. Die Variablen wurden einzeln oder in Kombinationen in insgesamt 1.527 Vorhersagemodellen für das Fortschreiten zum Typ-2-Diabetes bewertet.

Ergebnisse

Der 1-h PG-Wert übertraf jeden einzelnen Marker mit Ausnahme des 30-min PG-Werts und des Mannosespiegels, deren Vorhersagekraft niedriger waren, jedoch nicht signifikant niedriger. Die Kombination einiger metabolischen Marker mit PG- und HbA1c-Werten, jedoch nicht mit HbA1c allein, verbesserte die Vorhersagemodelle signifikant. Mannose erwies sich als robuster metabolischer Marker.

Personen mit einem 1-h PG-Wert ≥ 8,6 mmol/l (155 mg/dl) haben ein sehr hohes Risiko, Typ-2-Diabetes zu entwickeln, sollten ihren Lebensstil ändern und Folgeuntersuchungen wahrnehmen, raten die Studienautoren.

Fazit

Der 1-h PG-Wert allein oder in Kombination mit metabolischen Markern erwies sich als ein robuster Prädiktor für die Bestimmung des Risikos, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln.

Der 1-h PG-Wert ist genauer als der 2-h PG-Wert und billiger als die Bestimmung von Metaboliten. Die Verkürzung des Standard-75-Gramm-OGTT auf eine Stunde verbessert die Vorhersagekraft sowie die klinische Praktikabilität und sollte in den Leitlinien entsprechend berücksichtigt werden, empfehlen die Studienautoren. Metaboliten erhöhten zwar den prädiktiven Wert der PG- und HbA1c-Messungen. In den Augen der Forscher würde sich ein Mehrwert für die Praxis jedoch erst durch genauere und billigere Testmethoden ergeben.

Autor: Dr. Elke Schlüssel (Medizinjournalistin)

Stand: 11.01.2019

Quelle:
  1. Peddinti et al. (2018): One hour post-OGTT glucose improves the early prediction of type 2 diabetes by clinical and metabolic markers. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, DOI: 10.1210/jc.2018-01828
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