Typ 2-Diabetes: Magenverkleinerung senkt MACE-Rate

Bei adipösen Typ-2-Diabetikern lässt sich mit einer bariatrischen OP offenbar das Risiko für Herzkreislauf-Ereignisse wie Schlaganfall oder Herzinfarkt eher senken als mit einer herkömmlichen Antidiabetika-Therapie.

Aerzte im OP

Bariatrische Operationen − solche bei denen der Magen via Magenband oder Exzision verkleinert wird − wurden als Notmaßnahme für Fettleibige mit hohem Herzkreislaufrisiko entwickelt, bei denen alle Abspeckmaßnahmen bisher erfolglos waren. Dabei fiel auf, dass sich die metabolischen Parameter, vor allem der Blutzuckerwert, unmittelbar nach der OP verbesserte hatten, obwohl noch gar keine Zeit zum Gewichtsverlust bestand. Daher spricht man heute auch von metabolischen Operationen.

MACE bei Diabetikern

Da sich diese Eingriffe so positiv auf die aktuellen Stoffwechsel-Werte, und somit auch auf die Risikoparameter für Herzkreislauf-Erkrankungen auswirken, liegt es nahe, zu eruieren, ob damit auch die Raten für schwere kardiovaskuläre (CV) Ereignisse (major adverse cardiovascular events = MACE) sinken. Dies hat die Studiengruppe um Dr. Ali Aminian von der Cleveland Clinic (Ohio, USA) nun in einer retrospektiven Kohortenstudie untersucht.

MACE-Risiko mit und ohne OP

Dazu filterten sie aus den Daten des Cleveland Clinic Health System der Jahren 1998–2017 Daten von 2.287 Diabetikern mit metabolischer Chirurgie heraus, die im Verhältnis von 5 : 1 mit Patienten (n = 11.435) mit Adipositas und Diabetes ohne OP abgeglichen wurden.  Primärer Endpunkt war das erste Auftreten von MACE (Gesamtsterblichkeit, die Koronararterien betreffende Ereignisse, zerebrovaskuläre Ereignisse, Herzversagen, Nephropathie, Vorhofflimmern).

Vorteil für metabolische OP

Kumulative MACE-Raten:
In der OP-Gruppe erlitten 30,8 % (95 %-KI: 27,6–34,0 %) der Diabetiker ein MACE, in der Kohorte mit rein internistischer Therapie waren es 47,7 % (46,1–49,2 %). Damit beträgt die absolute Risikodifferenz nach 8 Jahren: 16,9 % (13,1–20,4 %), die angepasste Hazard Ratio (HR) 0,61 (0,55–0,69).

Kumulative Gesamtsterblichkeit nach 8 Jahren:
 Von den Patienten, die sich der Operation unterzogen hatten, waren nach acht Jahren 10% (95 %-KI: 7,8–12,2 %) und von den Diabetikern ohne OP 17,8 % (16,6–19,0 %) gestorben. ohne Operation. Absolute Risikodifferenz nach 8 Jahren: 7,8 % (5,1–10,2 %), angepasste HR: 0,59 (0,48–0,72).

Damit haben adipöse Typ-2-Diabetiker, die sich einer metabolischen Operation unterzogen haben, ein signifikant kleineres Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt (und andere MACE) zu erleiden verglichen mit Patienten, die ein nicht-chirurgisches Behandlungsmanagement erhalten.

Ergebnisse brauchen noch Bestätigung

Allerdings schränken die Autoren ihr Ergebnis dahin gehend ein, dass es sich um eine retrospektive Studie handelt, die mit weiteren klinischen Studien noch bestätigt werden muss.

Autor: Angelika Ramm-Fischer (Ärztin)

Stand: 29.09.2019

Quelle:
  1. Aminian A et al. (2019): Association of Metabolic Surgery With Major Adverse Cardiovascular Outcomes in Patients With Type 2 Diabetes and Obesity. JAMA, doi:10.1001/jama.2019.14231.
     
  2. Retrospektive Kohortenstudie, Cleveland Clinic Health System, 1998–2017
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