Alprostadil: Änderung der Produktinformation

Hypokaliämie wird als bedeutendes identifiziertes Risiko betrachtet, das in die Produktinformation aller Arzneimittel mit dem Wirkstoff Alprostadil und der Indikation "Offenhalten des Ductus arteriosus" aufgenommen werden soll.

Wissenschaftliche Schlussfolgerungen

Bericht
  • In der aktuellen PSUR-Berichtsperiode wurden 15 schwerwiegende Nebenwirkungen in Form einer Hypokaliämie gemeldet, die sich aus der Publikation von Alhussin et al. 2016 ergeben. Im Vergleich zu den kumulierten Daten ist dies unverhältnismäßig viel. Der federführende Mitgliedstaat ist sich bewusst, dass 6 Patienten zusätzlich mit Furosemid behandelt werden mussten. Die übrigen 9 Patienten entwickelten jedoch auch ohne begleitende Furosemid-Behandlung eine Hypokaliämie.
  • Ein kausaler Zusammenhang zwischen PGE1 und Hypokaliämie wurde nachgewiesen: Tolosi G et al. 2007 beschrieb eine signifikante negative Korrelation zwischen Serumkaliumspiegeln und PGE1-Dosierungen. Es wurden pharmakodynamische Wirkungen beschrieben, bei denen aufgrund des erhöhten Energiebedarfs bei Neugeborenen mit CCHD (Critical Congenital Heart Disease) eine durch Proteinkatabolismus ausgelöste Freisetzung von Stickstoff auftrat. Die negative Stickstoffbilanz fördert die Kaliumsekretion/-exkretion, was schließlich zu Hypokaliämie führt.
  • Laut Caballero S et al. 1998, Nadroo AM et al. 2000 und Iyu D et al. 2011 führt die Anwendung von PGE1 über einen längeren Zeitraum zu schwerwiegenden Nebenwirkungen, einschließlich Störungen des Elektrolythaushalts.
  • Das medizinische Fachpersonal sollte, besonders bei Anwendung über einen längeren Zeitraum, alle Nebenwirkungen von Alprostadil (einschließlich Hypokaliämie) kennen, um die Risiken einer Langzeitinfusion von Alprostadil gegen den potenziellen Nutzen abzuwägen, wie er in der Produktinformation des Inhabers der Genehmigung für das Inverkehrbringen für Alprostadil beschrieben wird („Die Risiken einer Langzeitinfusion von Alprostadil (PGE1) sollten gegen den potenziellen Nutzen abgewogen werden“).

Das Sicherheitsprofil von Alprostadil bleibt in der Indikation „Offenhalten des Ductus arteriosus“ unverändert. Insgesamt ist der federführende Mitgliedstaat der Auffassung, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Alprostadil basierend auf der Bewertung der verfügbaren Intervall- und kumulativen Sicherheitsdaten im Hinblick auf die zugelassene Indikation „Offenhalten des Ductus arteriosus“ weiterhin positiv ist.

Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) vertritt die Ansicht, dass die Produktinformation (Abschnitt 4.8 der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels und Abschnitt 4 der Packungsbeilage) basierend auf der Prüfung der verfügbaren Daten bezüglich Hypokaliämie im Zusammenhang mit der Anwendung von Alprostadil angepasst werden muss, sofern Hypokaliämie noch nicht in Abschnitt 4.8 der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels und Abschnitt 4 der Packungsbeilage der jeweiligen nationalen Produktinformationen genannt wird.

Die Koordinierungsgruppe (CMDh) stimmt den wissenschaftlichen Schlussfolgerungen des PRAC zu.

In die entsprechenden Abschnitte der Produktinformation aufzunehmende Änderungen (neuer Text ist fett und  unterstrichen, gelöschter Text ist durchgestrichen).

 

Änderungen Fachinformation

Abschnitt 4.8

Die folgende(n) Nebenwirkung(en) sind unter der Systemorganklasse (SOK) hinzuzufügen:

Hypokaliämie

Die Häufigkeit der Nebenwirkung ist mit „Häufig“ anzugeben.

Änderungen Gebrauchsinformation

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Niedriger Kaliumspiegel im Blut (Kaliummangel)

 

 

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