Imatinib: Änderung Produktinformation

Es scheint einen kausalen Zusammenhang zwischen der Imatinib-Therapie und dem Risiko einer thrombotischen Mikroangiopathie (TMA) zu geben. Deshalb soll die TMA bei den Nebenwirkungen ergänzt werden.

Wissenschaftliche Schlussfolgerungen

Bericht

Eine kumulative Suche nach unerwünschten Ereignissen in Spontanberichten und klinischen Studien im Zusammenhang mit einer Imatinib-Anwendung, die als MedDRA Preferred Terms (bevorzugte Begriffe gemäß MedDRA-Terminologie) für TMA kodiert sind (thrombotische Mikroangiopathie, thrombotisch-thrombozytopenische Purpura, hämolytisch-urämisches Syndrom, mikroangiopathische hämolytische Anämie), ergab 37 Fälle.

Davon stammen 8 aus der Fachliteratur, 4 aus der Überwachung nach der Markteinführung, 13 aus Spontanberichten und 12 aus klinischen Studien. In drei Fällen trat das Ereignis in zeitlichem Zusammenhang mit der Imatinib-Therapie auf, zwei davon nach einer sehr kurzen Exposition und der dritte nach einer langfristigen Exposition gegenüber Imatinib. Für die drei Patienten wurde eine Verbesserung des Zustands nach Absetzen des Arzneimittels berichtet, wobei durch Laboruntersuchungen alle anderen Hauptursachen für eine primäre TMA ausgeschlossen waren. Zusätzlich belegen 9 Fälle aus Berichten nach der Markteinführung, u. a. aus klinischen Studien und der Fachliteratur, ohne verzerrende Faktoren diesen Zusammenhang.

Zusammenfassend weisen die untersuchten Ergebnisse auf einen kausalen Zusammenhang zwischen der Imatinib-Therapie und dem Risiko einer thrombotischen Mikroangiopathie hin. Daher ist der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (Pharmacovigilance Risk Assessment Committee, PRAC) der Ansicht, dass Änderungen der Produktinformation von Arzneimitteln, die Imatinib enthalten, gerechtfertigt sind. Der Begriff „thrombotische Mikroangiopathie“ sollte in Abschnitt 4.8 unter der Systemorganklasse „Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems“ mit der Häufigkeit „selten“ aufgenommen und in Abschnitt 4.4 sollten Informationen über das klinische Management der thrombotischen Mikroangiopathie ergänzt werden. Die Packungsbeilage sollte entsprechend aktualisiert werden.

Die Koordinierungsgruppe (CMDh) stimmt den wissenschaftlichen Schlussfolgerungen des PRAC zu.

In die entsprechenden Abschnitte der Produktinformation aufzunehmende Änderungen (neuer Text ist unterstrichen und fett, gelöschter Text ist durchgestrichen).

Änderungen Fachinformation

Abschnitt 4.4

Thrombotische Mikroangiopathie

BCR-ABL-Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKIs) wurden mit der thrombotischen Mikroangiopathie (TMA) in Zusammenhang gebracht, unter anderem in Einzelfallberichten zu [Arzneimittel] (siehe Abschnitt 4.8). Treten bei einem Patienten, der [Arzneimittel] einnimmt, Labor- oder klinische Befunde auf, die mit TMA zusammenhängen, sollte die Behandlung abgebrochen und eine gründliche Untersuchung auf TMA, einschließlich der Bestimmung der ADAMTS13-Aktivität und von Anti-ADAMTS13-Antikörpern, durchgeführt werden. Wenn Anti-ADAMTS13-Antikörper in Verbindung mit einer geringen ADAMTS13-Aktivität erhöht sind, sollte die Behandlung mit [Arzneimittel] nicht wieder aufgenommen werden.


Abschnitt 4.8 „Nebenwirkungen”

Aufnahme von thrombotische Mikroangiopathie unter Organsystem „Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems“ mit der Häufigkeitsangabe „selten

Änderungen Gebrauchsinformation

Abschnitt 2. Was sollten Sie vor der Einnahme von [Arzneimittel] beachten? Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie [Arzneimittel] einnehmen: (…)

  • wenn Sie während der Einnahme von [Arzneimittel] blaue Flecken, Blutungen, Fieber, Müdigkeit und Verwirrtheit bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Dies kann ein Anzeichen für eine Schädigung der Blutgefäße sein, die als thrombotische Mikroangiopathie (TMA) bezeichnet wird.

Abschnitt 4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Blutgerinnsel in kleinen Blutgefäßen (thrombotische Mikroangiopathie) mit der Häufigkeitsangabe „selten“

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