EBM: Neue Marker für Präeklampsie & Ovarialkarzinom

Seit Oktober übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Bestimmung der PIGF-Konzentration, des sFlt-1/PIGF-Quotienten und eines weiteren Tumormarkers für das Ovarialkarzinom.

EBM, Abrechnung

Auf die Aufnahme der Laboruntersuchungen in den EBM haben sich KBV und GKV-Spitzenverband im Bewertungsausschuss geeinigt. Es wurde festgelegt, dass die neuen Präeklampsie-Marker für zunächst zwei Jahre extrabudgetär vergütet werden.

Zwei neue GOP für die Präeklampsie

Für die Messung der PIGF-Konzentration, deren Abfall eine Störung der Plazentafunktion anzeigt und die somit ein wichtiges Indiz für eine Präeklampsie darstellt, wird die Gebührenordnungsposition (GOP) 32362 (19,40 Euro) in den EBM aufgenommen.

Die Bestimmung des sFlt-1/PIGF-Quotienten ermöglicht für einen Zeitraum von vier Wochen den Ausschluss einer fraglichen Präeklampsie mit hoher Wahrscheinlichkeit. Hierfür sind zwei getrennte Analysen notwendig. Die Ärzte können diese mit der GOP 32363 (62,25 Euro) abrechnen.

Präeklampsie betrifft etwa zwei Prozent aller Schwangeren und ist die häufigste Ursache für maternale und perinatale Morbidität und Mortalität. Die Marker bieten bei Vorliegen einer unklaren Symptomatik eine objektive Entscheidungshilfe für die weitere ambulante oder gegebenenfalls eine frühzeitige stationäre Überwachung der Schwangeren.

Voraussetzungen für die Abrechnung

Der Bewertungsausschuss hat auch festgelegt, in welchen Fällen die Präeklampsie-Marker abgerechnet werden dürfen: Es muss eine fetale Wachstumsstörung vorliegen oder eine neu auftretende oder bestehender Hypertonie bei der Mutter. Auch bei weiteren organischen oder labordiagnostischen Untersuchungsbefunden, die mit einer Präeklampsie assoziiert sind und keiner anderen Ursache zugeordnet werden können, oder einem auffälligen dopplersonografischen Befund, kann die Untersuchung indiziert sein.

Die beiden GOP 32362 und 32363 sind höchstens dreimal im Behandlungsfall berechnungsfähig. Sie können nicht nebeneinander an einem Behandlungstag abgerechnet werden. Die Vergütung der neuen Leistungen erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV).

Am Ende der zweijährigen Frist werden sie in die MGV überführt, wenn die Mengenentwicklung eine weitere extrabudgetäre Vergütung nicht erfordert.

Tumormarker für Ovarialkarzinom

Mit demselben Beschluss wurde der Tumormarker HE 4 in den EBM aufgenommen. Er hat bei der Primär- und Rezidivdiagnostik eines Ovarialkarzinoms vergleichbare Eigenschaften wie der bisher unter der GOP 32390 aufgeführte Marker CA 125. Deshalb wurde der Marker in diese GOP integriert und wird ab 1. Oktober über die Ziffer 32390 (10,60 Euro) abgerechnet.

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 09.10.2019

Quelle:

Mitteilung der KBV, abgerufen am 09.10.19

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