Aerztin Verordnung

Der Gesetzgeber hat die Altersgrenze für Kontrazeptiva auf Kassenrezept bereits am 29. März mit sofortiger Wirkung angehoben. Frauen können nun bis zum vollendeten 22. Lebensjahr verschreibungspflichtige empfängnisverhütende Mittel auf Kassenrezept erhalten. Bisher galt dieser Anspruch nur bis zum vollendeten 20. Lebensjahr.

GOP 01830 und GOP 01832 angepasst

Die ärztlichen Leistungen beim Einsatz von Spiralen und Depot-Kontrazeptiva wurden im EBM angepasst.

Betroffen sind die beiden folgenden EBM-Ziffern:

  • Einlegen, Wechseln oder Entfernen eines Intrauterinpessars (GOP 01830)
  • subkutane Applikation eines Depot-Kontrazeptivums (GOP 01832

Aufgrund der kurzen Frist für die Anpassung des EBM hat der Bewertungsausschuss die Abrechnung in der Übergangszeit vom 1. April bis zum 13. Juni 2019 über das Kostenerstattungsprinzip geregelt, das heißt, das die Vertragsärzte in der Übergangszeit ihren Patientinnen ab dem 21. Lebensjahr und bis zur Vollendung des 22. Lebensjahrs eine Privatrechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) aus. Die Patientinnen können dann die Rechnung bei ihrer Krankenkasse zur Kostenerstattung einreichen (vgl. § 13 Absatz 3 SGB V).

Hintergrund der Anhebung des Alters

Mit dem Gesetz zur Verbesserung der Information über einen Schwangerschaftsabbruch hat der Gesetzgeber unter anderem den Paragrafen 24a SGB V geändert. Durch die Anhebung der Altersgrenze will der Gesetzgeber junge Frauen, die gegebenenfalls die Kosten für empfängnisverhütende Mittel nicht aufbringen können, stärker unterstützen. Laut Gesetzesbegründung soll die Regelung dazu beitragen, ungewollte Schwangerschaften zu verhindern und Frauen einen selbstbestimmten Umgang mit Mitteln der Empfängnisverhütung zu ermöglichen.

Die höhere Altersgrenze gilt auch für den Anspruch auf ärztlich verordnete nicht verschreibungspflichtige Notfallkontrazeptiva. Die Wahl, welches empfängnisverhütende Mittel zulasten der Krankenkasse verordnet wird, trifft der Arzt gemeinsam mit der Patientin.

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 27.06.2019

Quelle:

Pressemeldung der KBV, 20.06.2019