Osteoporose in Postmenopause: Neue Leitlinie

Für die Behandlung von Frauen in der Postmenopause hat die internationale Endocrine Society in Zusammenarbeit mit der europäischen Gesellschaft für Endokrinologie ein neue Leitlinie veröffentlicht. Diese erläutert vor allem wann Bisposphonate indiziert sind, und wann auf Alternativen wie Denosumab zurückgegriffen werden sollte.

Osteoporose

In die Leitlinie zur Behandlung von Osteoporose bei Frauen jenseits der Wechseljahre haben die Wissenschaftler und Praktiker der Endocrine Society nicht nur Studienergebnisse und ihre klinische Erfahrung aufgenommen, sondern zudem praktische Aspekte sowie Daten zur Adhärenz und Persistenz zur Therapie einfließen lassen. Um die Chancen auf eine gute Adhärenz jedweder Behandlungsform zu steigern, haben die Autoren in ihren Empfehlungen berücksichtigt, was die Patienten bei der Therapie bevorzugen.

Grundprinzipien der Osteoporose-Therapie

Das internationale Endokrinologen-Gremium formulierte zunächst vier – bereits weitgehend in der Routine etablierte – Grundprinzipien der Osteoporose-Behandlung:

  1. Das Frakturrisiko bei Frauen in der Postmenopause sollte generell mit landesüblichen Messmethoden festgestellt werden, um eine Grundlage für die Therapieentscheidung zu haben.
  2. Die Bedürfnisse und Vorlieben der Patienten sollten in den Behandlungsplan einfließen.
  3. Ernährungs- und Lebensstil-Empfehlungen sowie Maßnahmen zur Sturzprophylaxe sollten jede Osteoporose-Therapie begleiten, um das Frakturrisiko zu vermindern.
  4. Es stehen mehrere Pharmakotherapien zur Verfügung, die in der Lage sind, das Frakturrisiko zu vermindern – bei akzeptablem Nutzen-Risiko- und Sicherheitsprofil.  

Empfehlungen zur medikamentösen Therapie

Auf diese medikamentösen Substanzen gehen die Autoren der neuen Leitlinie näher ein und kommen zu folgenden Empfehlungen:

  • Mittel der ersten Wahl für Frauen in der Postmenopause mit hohem Frakturrisiko sind die Bisphosphonate.
  • Unter Bisphosphonat-Therapie sollte eine Neubeurteilung des Frakturrisikos nach drei bis fünf Jahren erfolgen.
  • Wird bei dieser Neubeurteilung ein nur niedriges oder mittleres Frakturrisiko festgestellt, sollte mit der Bisphosphonat-Therapie bis zu fünf Jahren pausiert werden.
  • Kommen Bisphosphonate nicht in Frage, steht bei hohem Osteoporose-bedingtem Frakturrisiko Denosumab (60 mg s. c. alle 6 Monate) zur Verfügung. Denosumab, ein humaner monoklonaler Antikörper gegen IgG2-anti-RANKL und bremst die Osteoklasten-Aktivität und fördert so den Knochenaufbau.
  • Auch unter Denosumab sollte das Frakturrisiko nach fünf bis zehn Jahren erneut beurteilt werden.
  • Die Gabe von Denosumab sollte nicht verzögert werden. Die Behandlung mit Denosumab sollte nicht ohne Anschlusstherapie mit einem antiresorptiven Medikament oder einer anderen Therapie zur Vorbeugung eines Wiederanstiegs des Knochenstoffwechsels beendet werden.
  • Kalzium- und Vitamin D-Supplementation gehören bei allen Osteoporose-Therapien dazu.

Autor: Angelika Ramm-Fischer (Ärztin)

Stand: 03.05.2019

Quelle:
  1. Eastell et al. (2019): Pharmacological Management of Osteoporosis in Postmenopausal Women: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline. J Clin Endocrinol Metab, DOI: https://doi.org/10.1210/jc.2019-00221
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