Peripartale Kardiomyopathie häufig zu spät erkannt

Die Schwangerschafts-Kardiomyopathie ist zwar selten, führt aber immer wieder zu Todesfällen, weil sie zu spät erkannt wird. Die Deutsche Herzstiftung appelliert an Gynäkologen und Hausärzte, die Symptome einer Herzschwäche in der Schwangerschaft ernst zu nehmen.

Schwangere Babybauch

Prävalenz der PPCM

Man schätzt, dass sich bei einer von 1.000 bis 1.500 Schwangerschaften eine peripartale oder postpartale Kardiomyopathie (Peripartum cardiomyopathy [PPCM]) entwickelt. Ein Auslöser für  diese Erkrankung ist vermutlich das Hormon Prolaktin, das gegen Ende der Schwangerschaft und während der Stillzeit vermehrt ausgeschüttet wird, um die Milchbildung anzuregen.

Risikofaktoren für eine PPCM

Die Ursachen für die Entstehung einer peripartalen Kardiomyopathie sind noch nicht geklärt. Man geht jedoch davon aus, dass Frauen, die bereits eine PPCM durchgemacht haben, ein erhöhtes Risiko haben. Als weitere Risikofaktoren gelten vorbestehende Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Rauchen, höheres Alter der Mutter oder Mehrlingsschwangerschaften.

Prognose der PPCM

Die Prognose hängt vom Therapiebeginn und der Schwere der PPCM ab. Bei frühzeitiger Therapie der Schwangerschafts-Kardiomyopathie erholen sich laut Deutscher Herzstiftung rund die Hälfte der Patientinnen innerhalb eines Jahres komplett. 30-40% der Patientinnen haben leichte Beeinträchtigungen der Herzleistungsfähigkeit infolge der Erkrankung. Etwa 10% der Betroffenen behält eine schwere Herzschwäche zurück [1].

Problem der Früherkennung

Da die Symptome einer PPCM auch bei gesunden Schwangeren gegen Ende der Schwangerschaft, nach der Geburt oder auch bei einem grippalen Infekt auftreten können, „werden sie häufig fehlgedeutet und zunächst nicht mit einer Herzschwäche in Verbindung gebracht“, erläutert Professor Dr. Denise Hilfiker-Kleiner, Leiterin der Molekularen Kardiologie und Forschungsdekanin der Medizinischen Hochschule Hannover und Mitglied des Wissenschaftsrats der Deutschen Herzstiftung. Infolge des verzögerten Therapieeinsatzes kommt es auch zu Todesfällen.

Symptome einer PPCM

Bei den folgenden Beschwerden in der Schwangerschaft oder nach einer Geburt sollten Gynäkologen und Hausärzte unter anderem auch an eine Peripartale Kardiomyopathie denken und diese kardiologisch abklären lassen:

  • Kurzatmigkeit bei Belastung, gegebenenfalls auch in Ruhe
  • Schwellungen der Unterschenkel und Knöchel
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schwindel
  • Herzrasen oder Herzstolpern
  • Mehrfaches Wasserlassen in der Nacht
  • Schlafen im Liegen nicht möglich.

Diagnose und Therapie

Die Diagnose wird anhand des EKGs, echokardiographischer Untersuchungen und Blutuntersuchungen (Herzinsuffizienz-Biomarker, NT-proBNP) gestellt. Die Herzinsuffizienz muss in der Regel stationär behandelt werden. Bei einer PPCM werden zusätzlich Antikoagulanzien und der Prolaktin-Hemmer Bromocriptin verabreicht.

Weitere Informationen

Bei der Deutschen Herzstiftung können Patientinnen und medizinisches Fachpersonal den Expertenbeitrag „Wenn die Schwangerschaft das Herz schädigt“ kostenfrei bestellen.

Autor: Barbara Welsch (Medizinjournalistin)

Stand: 04.02.2019

Quelle:
  1. Deutsche Herzstiftung, Pressemitteilung, 17. Januar 2019.
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