Entwarnung: MRT ist auch für Trägerinnen von Kupferspiralen sicher

Kupferhaltige Intrauterinpessare verursachen keine gesundheitlichen Schäden wie Überwärmung während einer MRT-Untersuchung. Dies konnten Radiologen der Universität Heidelberg anhand von Untersuchungen an Phantom-Dummys belegen. Lediglich die Bildqualität könnte etwas leiden.

Kupferspirale

Das kupferhaltige Intrauterinpessar (IUP) – umgangssprachlich als Spirale bezeichnet – ist das weltweit am weitesten verbreitete Mittel zur reversiblen Empfängnisverhütung. IUP sind risikoarm und hinsichtlich ihrer Wirkung effektiv: der Pearl-Index liegt mit 0,3-0,8 sehr niedrig und ist damit fast so sicher wie die Antibabypille. In Deutschland verhüten laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 10 % der Frauen mit der Spirale, in China sind es 46 %.

Hitze durch Magnetfelder

Bei der Magnetresonanztomografie (MRT) kommen hohe Magnetfeldstärken zum Einsatz. Dabei können in Metallen hohe Temperaturen entstehen. Wie sieht es da mit dem Kupfer in den Intrauterinpessaren aus? Wie hoch ist das Risiko für Frauen, die eine solche Spirale tragen? In wie weit verursachen die Implantate bei bildgebenden Verfahren Artefakte? Wird die Bildqualität beeinträchtigt und damit die Befundung erschwert?

Diesen Fragen sind Radiologen der Universität Heidelberg unter Leitung von Professor Dr. Frank Zoellner, Abteilung Computerunterstützte Klinische Medi-zin, nachgegangen [1]. Des Weiteren untersuchten sie auch, ob sich unter einer MRT oder CT die Lage der IUP verändert.

Forschung am speziellen Gewebe-Dummy

Für ihre Forschungen benutzten die Heidelberger Forscher ein dafür speziell entwickeltes gewebeähnliches Phantom. Sie untersuchten sieben verschiedene Typen von kupferhaltigen Intrauterinpessaren hinsichtlich einer möglichen Erwärmung oder Dislokation während der MRT-Bildgebung bei Magnetfeldstärken von 1,5 und 3 Tesla sowie Artefakten bei der Bildgebung mittels MRT und CT.

Kein Risiko für IUP-Trägerinnen

Ergebnis: Die Studie kommt zu dem Schluss, dass bei der MRT-Untersuchung kein signifikantes Risiko für eine mögliche Schädigung der Patientinnen mit implantierten kupferhaltigen Spiralen besteht, die Untersuchungen also sowohl bei Feldstärken von 1,5 Tesla als auch von 3 Tesla sicher sind.

Hingegen ist die Qualität der Bildgebung in der Umgebung der Implantate vor allem bei der CT-Bildgebung beeinträchtigt, was bei der Diagnose entsprechend berücksichtigt werden muss.

Autor: Angelika Ramm-Fischer (Ärztin)

Stand: 14.01.2019

Quelle:
  1. Neumann et al. (2018):  Risk assessment of copper-containing contraceptives: the impact for women with implanted intrauterine devices during clinical MRI and CT examinations. European Radiology, DOI: 10.1007/s00330-018-5864-6
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