Hepatitis B Impfung

Impfungen gegen das Hepatitis B Virus schützen sicher vor einer Leberentzündung vom Typ Hepatitis B und sehr wahrscheinlich auch vor Hepatitis D.

Hepatitis B Behandlung

Hepatitis B Impfstoffe

Hepatitis B Impfstoffe sind in Deutschland als rekombinante adsorbierte Hepatitis B-Impfstoffe und HB-Immunglobuline (Postexpositionsprophylaxe) verfügbar. Weitergehende Informationen zu den Präparaten mit den folgenden Impfstoffen:

Nebenwirkungen

  • sehr häufige Nebenwirkungen: Reizbarkeit, Schmerzen und Rötungen an der Injektionsstelle, Müdigkeit.
  • häufige Nebenwirkungen: Inappetenz, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, gastrointestinale Beschwerden wie Nausea. Emesis, Diarrhoe und Abdominalschmerzen, Fieber mehr als 37,5 Grad Celsius, Unwohlsein, Schwellungen am Injektionsort, Reaktionen an der Injektionsstelle wie Indurationen.
  • gelegentliche Nebenwirkungen: Vertigo, Myalgie, grippeähnliche Beschwerden.
  • seltene Nebenwirkungen: Lymphadenopathie, Parästhesien, Urtikaria, Pruritus, Hautexantheme, Arthralgie.
  • ohne Häufigkeitsangabe: Meningitis, Thrombozytopenie, Anaphylaxie, allergische Reaktionen einschließlich anaphylaktoider Reaktionen und Reaktionen ähnlich der Serumkrankheit, Enzephalitis, Enzephalopathie, Konvulsionen, Paresen, Neuritis (einschließlich Guillain-Barré-Syndrom, Optikusneuritis und Multipler Sklerose), Neuropathie, Hypästhesie, Vaskulitis, Hypotonie, Erythema exsudativum multiforme, Angioödem, Lichen ruber planes, Arthritis, Myasthenie.

Kontraindikationen (Impfverbote)

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige enthaltene Bestandteile
  • Überempfindlichkeitsreaktionen nach einer früheren Verabreichung des Impfstoffs
  • Verschieben der Impfung bei akuten, schweren, fieberhaften Erkrankungen
  • Impfstoff darf keinesfalls intravasal gegeben werden.

Impfschutz/Impfschema

  • Schutzwirkung: nach vollständiger Grundimmunisierung 100 Prozent. Höchstwahrscheinlich schützt eine HBV-Impfung auch vor einer Hepatitis D. Denn Hepatitis D (verursacht durch das Delta-Agens) tritt nur in Verbindung mit Hepatitis B auf.
  • Schutzdauer: mindestens 15 Jahre, wahrscheinlich lebenslang, gegenwärtig keine STIKO-Impfempfehlung für Auffrischimpfungen
  • Impfschema Säuglinge und Kleinkinder: bei Verwendung von 6-fach Kombinationsimpfstoffen mit Pertussiskomponente werden 4 Impfungen im Alter von 2, 3, 4 und 11 bis 14 Monaten; Hepatitis-B-Einzelimpfstoff: 2. Impfdosis im Alter von 3 Monaten kann entfallen (beschleunigtes Impfschema individuell möglich)
  • Impfschema Kinder, Jugendliche und Erwachsene: 3 Impfungen, 2. Impfung nach 1 Monat, 3. Impfung 6 Monate nach der 1., Kontrolle des Impferfolgs durch eine Anti-HBV-Bestimmung 4 bis 8 Wochen nach Abschluss der Impfserie (beschleunigtes Impfschema individuell möglich).

Impfempfehlungen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts (RKI) empfiehlt die Hepatitis B Impfung für alle Säuglinge und Kleinkinder. Außerdem für alle Personen, die mit einem chronischen Hepatitis-B-Patienten leben oder beruflich häufig in Kontakt mit Blut oder anderen erregerhaltigen Körperflüssigkeiten kommen.
Empfohlen wird die Impfung von Neugeborenen darüber hinaus nach der Geburt, wenn die Mutter infiziert ist oder der Hepatitis-Status unklar ist. Sexuell aktive Menschen mit wechselnden Geschlechtspartnern können ebenfalls überdurchschnittlich von der Hepatitis B Impfung profitieren.

Reisen/Impfvorschriften

Hepatitis B ist weltweit verbreitet, vor allem in Entwicklungsländern und Regionen mit mangelhafter Impfversorgung. Ungeimpfte Erwachsene sollten daher vor einer Reise die Hepatitis B-Impfung erwägen, wenn im Urlaubsland sexuelle Kontakte mit Einheimischen (oder anderen möglicherweise ungeschützten Fremden) wahrscheinlich sind. Eine Alternative zur Impfung und zum Schutz vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten ist geschützter Verkehr mit Kondomen.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.11.2016

Quelle:

Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)

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