Herpes zoster Impfung

Eine Impfung gegen Herpes zoster (Gürtelrose) wird bisher nicht als Standardimpfung empfohlen. Nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung kann die Impfung gegen Herpes zoster allerdings sinnvoll sein.

Gürtelrose

Herpes zoster-Impfstoffe

Subunit-Totimpfstoff (Shingrix)

Seit März 2018 ist ein adjunvanter Subunit-Totimpfstoff (Shingrix®) zur Verhinderung von Herpes zoster und postherpetischer Neuralgie für Personen ab 50 Jahren zugelassen.  Seit Mai 2018 ist er in Deutschland verfügbar.

Attenuierter Lebendimpfstoff (Zostavax®)

Zostavax® ist ein attenuierter Lebendimpfstoff, der seit 2006 zur Verhinderung eines Herpes Zoster bzw. einer  postherpetischer Neuralgie für Personen ab dem Alter von 50 Jahren zugelassen ist. Der Impfstoff ist seit September 2013 in Deutschland verfügbar. Die STIKO sieht  zum gegenwärtigen Zeitpunkt davon ab, die Impfung mit dem Herpes zoster-Lebendimpfstoff als Standardimpfung zu empfehlen. Die Entscheidung basiert auf der systematischen Bewertung der vorhandenen Daten zu Wirksamkeit, Schutzdauer und Sicherheit des Impfstoffs und wird durch die Ergebnisse einer mathematischen Modellierung zur Abschätzung der zu erwartenden epidemiologischen Effekte bekräftigt.

Nebenwirkungen der Herpes zoster-Impfstoffe

Shingrix: Die häufigsten Nebenwirkungen sind Schmerzen an der Injektionsstelle, Myalgien (Muskelschmerz), Müdigkeit und Kopfschmerzen. Die meisten dieser Reaktionen klangen nach zwei bis drei Tagen wieder ab. Siehe auch Shingrix Fachinformation.

Zostavax: in den zulassungsrelevanten klinischen Prüfungen stellten Reaktionen an der Injektionsstelle die häufigsten Nebenwirkungen dar. Kopfschmerz und Schmerz in der Extremität waren die häufigsten systemischen Nebenwirkungen. Die meisten dieser lokalen und systemischen Nebenwirkungen waren von geringer Intensität. Eine genaue Auflistung entnehmen Sie bitte der Zostavax Fachinformation.

Kontraindikationen

Shingrix: Zu den Kontraindikationen zählen Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder gegen einen der sonstigen Bestandteile.

Zostavax:

  • Bekannte Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, einen der sonstigen Bestandteile des Impfstoffs oder einen der in Spuren vorhandenen Rückstände aus der Herstellung (z. B. Neomycin).
  • Angeborene und erworbene Immundefizienz als Folge einer akuten oder chronischen Leukämie, eines Lymphoms, anderer Erkrankungen des Knochenmarks oder des lymphatischen Systems; Immundefizienz als Folge von HIV/AIDS; zelluläre Immundefizienz.
  • Immunsuppressive Therapie (einschließlich hoher Dosen von Kortikosteroiden).
  • ZOSTAVAX ist jedoch nicht kontraindiziert bei Personen unter topischer/inhalativer oder niedrig dosierter systemischer Kortikosteroidtherapie oder bei Personen unter Kortikosteroid-Substitutionstherapie, z. B. bei Nebenniereninsuffizienz.
  • Aktive, unbehandelte Tuberkulose.
  • Schwangerschaft. Darüber hinaus sollte nach der Impfung eine Schwangerschaft über einen Zeitraum von einem Monat verhindert werden.

Impfempfehlung

Shingrix: Das Grundimmunisierungsschema besteht aus zwei Dosen mit jeweils 0,5 ml. Nach der ersten Dosis folgt eine zweite Dosis 2 Monate später. Falls es erforderlich ist, das Impfschema flexibel zu handhaben, kann die zweite Dosis im Abstand von 2 bis 6 Monaten nach der ersten Dosis verabreicht werden. Zur Notwendigkeit von Auffrischimpfungen nach Abschluss der Grundimmunisierung liegen keine Daten vor.

Zostavax: Alle Personen erhalten eine Dosis (0,65 ml). Ob eine Auffrischimpfung erforderlich ist, ist nicht bekannt. Zur Sicherheit und Wirksamkeit von ZOSTAVAX bei Kindern und Jugendlichen liegen keine Daten vor.

Impfschutz

Die Wahrscheinlichkeit an Herpes zoster zu erkranken und die Schwere der Erkrankung nehmen mit dem Alter deutlich zu. Die Wirksamkeit der Impfung hingegen nimmt mit zunehmendem Alter ab und reicht von 70 % bei den 50- bis 59-Jährigen über 41 % bei den 70- bis 79-Jährigen bis zu weniger als 20 % bei den ≥ 80-Jährigen. Die Schutzdauer der Impfung ist nur für wenige Jahre belegt. Laut RKI zeigen die Modellierungsergebnisse eine nur geringe Reduktion der Gesamtfallzahlen von Herpes zoster durch die Impfung mit dem Lebendimpfstoff, die je nach Impfalter zwischen 2,6 % (Impfung mit 50 Jahren) und 0,6 % (Impfung mit 80 Jahren) liegen kann. Hinzu kommt, dass Personen, die ein deutlich erhöhtes Risiko für Herpes zoster und seine Komplikationen haben, häufig nicht mit dem attenuierten Lebendimpfstoff geimpft werden können (Kontraindikation). In der Gesamtschau führt die epidemiologische Nutzen-Risiko-Bewertung der Herpes zoster-Impfung nicht zu der Empfehlung einer Standardimpfung.
 

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 06.09.2018

Quelle:

Fachinformationen Shingrix und Zostavax

Robert Koch-Institut (RKI)

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