HPV-Impfung gegen Zervixkarzinom

Humane Papillomviren (HPV) sind bei 99 Prozent aller Frauen mit Zervixkarzinom nachweisbar. Eine HPV-Impfung schützt nicht sicher vor Zervixkarzinomen, senkt das Risiko aber erheblich.

HPV

HPV-Impfstoffe

Die HPV-Impfstoffe sind für verschiedene Altersstufen in unterschiedlichen Kombinationen verfügbar. Weitergehende Informationen zu einzelnen Präparaten mit den jeweiligen Impfstoffen:

Nebenwirkungen

  • sehr häufig: lokale Reaktionen an der Einstichstelle wie Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen, Kopfschmerzen
  • häufig: Vertigo, Nausea, Fieber, Abgeschlagenheit, am Injektionsort Pruritus und Einblutungen

Kontraindikationen (Impfverbote)

  • Überempfindlichkeit gegen einen der Wirkstoffe oder sonstige Bestandteile
  • akute schwere fieberhafte Erkrankungen (Verschieben der Impfung)
  • Überempfindlichkeitsreaktionen auf eine frühere HPV-Impfung
  • Der Impfstoff darf keinesfalls intravasal oder intradermal gegeben werden.

Impfschutz/Impfschema

  • Schutzwirkung gegen Zervixkarzinome: nach gegenwärtigem Stand sehr hoch, aber nicht sicher quantifizierbar, da die Impfung noch nicht ausreichend lange beobachtet werden konnte und HPV möglicherweise nicht die einzige Ursache von Zervixkarzinomen ist.
  • Schutzdauer gegen HPV-Infektionen: lebenslang nach vollständiger Impfserie
  • Erstimpfungen im Alter von 9 bis 14 Jahren: je nach Impfstoff 2 Impfungen im Abstand von 5 bis 6 Monaten, maximaler Abstand: 13 Monate
  • Erstimpfungen ab einem Alter von 14 Jahren: 3 Impfungen innerhalb eines Jahres, zweite Impfung 1 bis 2 Monate nach der ersten, dritte Impfung meist 6 Monate nach der zweiten (je nach Impfstoff).
  • Die Impfung soll bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden.
  • Ob und wann Auffrischimpfungen erforderlich sind, ist nach aktuellem Kenntnisstand (September 2018) nicht bekannt.

Impfempfehlungen

Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Institutes empfiehlt die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV-Impfung) für alle sexuell aktiven Frauen. Nach Möglichkeit soll die Impfung im Alter zwischen 9 und 14 Jahren bzw. vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen (Sicherheit und Wirksamkeit unter 9 Jahren nicht belegt). Die HPV-Impfung vermeidet Feigwarzen und senkt das Risiko für Gebärmutterhalskrebs erheblich.

Reisen/Impfvorschriften

Es gibt keine Länder, die von Urlaubern eine HPV-Impfung verlangen. Insbesondere bei sexuellen Kontakten auf Urlaubsreisen mit neuen Partnern empfehlen sich Kondome als Schutz vor HPV-Infektionen sowie anderen sexuell übertragbaren Krankheiten.

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Eine aktuelle Studie berichtet, dass HPV-Impfungen auch dann noch wirksam sind, wenn die Nachimpfung bis zum 20. Lebensjahr erfolgt. Erst danach sinkt die krebsprotektive Wirkung. Mehr dazu unter "HPV-Nachimpfung noch bis zum 20. Lebensjahr effektiv".

Autor: Charly Kahle

Stand: 06.09.2018

Quelle:

Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)

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