Keuchhusten-Impfung

Die Keuchhusten-Impfung schützt zuverlässig vor einer Infektion mit Pertussis-Bakterien. Keuchhusten ist keine reine Kinderkrankheit, auch Erwachsene profitieren vom Impfschutz.

Impfung Kind

Keuchhusten-Impfstoffe

Keuchhusten-Impfstoffe sind seit einigen Jahren nur noch als Kombinationsimpfstoffe (und/oder: Tetanus, Diphtherie, Polio) verfügbar.
Weitergehende Informationen zu Präparaten mit den jeweiligen Impfstoffen:

Nebenwirkungen

Kinder im Alter von 4 bis 8 Jahren

  • sehr häufige Nebenwirkungen: Schläfrigkeit, Reaktionen an der Injektionsstelle wie Rötung und/oder Schwellung, Schmerzen an der Injektionsstelle
  • häufige Nebenwirkungen: Inappetenz, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Fieber ≥ 37,5°C, einschließlich Fieber > 39,0°C, ausgedehnte Schwellung der Extremität, an der die Impfung vorgenommen wurde (manchmal unter Einbeziehung des angrenzenden Gelenks), Reaktionen an der Injektionsstelle wie Hämatom, Pruritus und Induration
  • gelegentliche Nebenwirkungen: Lymphadenopathie, Insomnien, Apathie, trockener Rachen, Diarrhoe, Abdominalschmerzen, Müdigkeit Nausea und Emesis.

Personen im Alter von 10 bis 93 Jahren

  • sehr häufige Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, Reaktionen an der Injektionsstelle (wie Rötung und/oder Schwellung), Müdigkeit, Schmerzen an der Injektionsstelle
  • häufige Nebenwirkungen: gastrointestinale Störungen wie Nausea, Emesis, Abdominalschmerzen, Fieber ≥ 37,5°C, Reaktionen an der Injektionsstelle wie Hämatom, Pruritus, Induration, Wärme und Taubheit)
  • gelegentliche Nebenwirkungen: Herpes labialis, Lymphadenopathie, Inappetenz, Parästhesie, Schläfrigkeit, Vertigo, Asthma, Pruritus, Arthralgie, Myalgie, ausgedehnte Schwellung der Extremität, an der die Impfung vorgenommen wurde (manchmal unter Einbeziehung des angrenzenden Gelenks), Fieber > 39,0°C, Schüttelfrost, Schmerzen

Über folgende weitere Nebenwirkungen wurde während klinischer Prüfungen bei Auffrischimpfungen berichtet:

  • sehr häufige Nebenwirkungen: Unwohlsein
  • häufige Nebenwirkungen: gastrointestinale Störungen, Reaktionen an der Injektionsstelle wie Induration und steriler Abszess an der Injektionsstelle
  • gelegentliche Nebenwirkungen: Infektion der oberen Atemwege, Pharyngitis, Konjunktivitis, Aufmerksamkeitsstörungen, Hautausschlag, Schmerzen, Synkope, Husten, Diarrhoe, Hyperhidrose, Gelenksteife, Steifheit der Skelettmuskulatur, grippeähnliche Beschwerden
  • ohne Häufigkeitsangabe: allergische Reaktionen einschließlich anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen, hypoton Episoden, Krampfanfälle (mit oder ohne Fieber), Urtikaria, Angioödem, Asthenie, Erkrankungen des zentralen oder peripheren Nervensystems, einschließlich aufsteigender Lähmungen bis hin zur Atemlähmung (z.B. Guillain-Barré-Syndrom).

Kontraindikationen/Impfverbote

  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder sonstige Bestandteile sowie gegen Neomycin und Polymyxin
  • Überempfindlichkeitsreaktionen nach einer früheren Pertussis-(Diphtherie/Tetanus/Polio)-Impfung
  • Enzephalopathie infolge einer Pertussiskomponente
  • Thrombozytopenie und/oder neurologische Komplikationen nach einer früheren Impfung gegen Diphtherie und/oder Tetanus
  • Akute, schwere, fieberhafte Erkrankungen (Verschieben der Impfung)
  • Impfstoff darf unter keinen Umständen intravasal verabreicht werden.

Impfschutz/Impfschema

  • Schutzwirkung: 100 Prozent
  • Schutzdauer: nach vollständiger Grundimmunisierung und Auffrischungsimpfungen im Kindesalter maximal 20 Jahre
  • Säuglinge: 3 Impfungen mit 2, 3 und 4 Monaten, abschließende 4. Impfung zur Grundimmunisierung zwischen 11 und 14 Monaten; Auffrischungen: vor der Einschulung mit 5 bis 6 Jahren und zwischen dem 9. und 17. Lebensjahr
  • Erwachsene: Auffrischung bei vollständiger Grundimmunisierung alle 10 Jahre.

Impfempfehlungen

Die Ständige Impfkommission des RKI (STIKO) empfiehlt die Keuchhusten-Impfung für alle Personen ohne ausreichenden Impfschutz, also ohne Grundimmunisierung oder Auffrischung.

Nach Empfehlung des RKI schützen sich Erwachsene ohne ausreichenden Impfschutz bei nächster Gelegenheit durch einen Kombinationsimpfstoff gegen Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf) und Polio (Kinderlähmung).

Reisen/Impfvorschriften

Keuchhusten ist weltweit verreitet. Jährlich erkranken etwa 17 Millionen Menschen, die meisten von ihnen Kinder. Aber auch Erwachsene sind stark betroffen. Das Durchschnittsalter der Erkrankten steigt seit Jahren.
Impfmüdigkeit hat dazu geführt, dass Keuchhusten sich in den vergangenen Jahren in den USA, Großbritannien, Argentinien und Australien verstärkt ausgebreitet hat. Generell sollten Urlauber ihren Impfschutz gegen Infektionserkrankungen wie Keuchhusten, Tetanus oder Masern überprüfen, wenn sie in Ländern mit einer schlechten Gesundheitsversorgung und geringen Impfquoten reisen.
Spezielle Impfvorschriften für die Ein- oder Ausreise sind in Bezug auf Keuchhusten nicht bekannt (Stand: November 2016).

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.11.2016

Quelle:

Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)

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