Meningokokken-Meningitis-Impfung

Nicht alle Impfstoffe decken die zahlreichen Meningokokken-Subtypen gleich gut ab. Impfstoffe für die jeweilige Subgruppe bieten aber 100 Prozent Impfschutz.

Meningitis

Meningokokken-Impfstoffe

Meningokokken-Impfstoffe sind als Polysaccharid-Impfstoffe, Konjugat-Impfstoffe und Adsorbatimpfstoffe erhältlich. Präparateinformationen zu folgenden Meningokokken-Impfstoffen sind hier verfügbar:

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen unterscheiden sich nach gewähltem Impfstoff und der Altersklasse. Nachfolgend aufgeführte Nebenwirkungen sind beispielhaft und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Säuglinge und Kinder bis 10 Jahre

  • Essstörungen, Schläfrigkeit, ungewöhnliches Weinen/Schreien, Diarrhoe, Nausea, Emesis, Ekzeme, Urtikaria, Fieber, Reaktionen an der Injektionsstelle, Reizbarkeit, Benommenheit, Schläfrigkeit, Anorexie, Konvulsionen, Kawasaki-Syndrom.

Jugendliche und Erwachsene

  • Kopfschmerzen, Nausea, Reaktionen an der Injektionsstelle, Unwohlsein, Myalgie, Arthralgie, Urtikaria, Pruritus, Stevens-Johnson-Syndrom, Erythema multiforme, allergische Reaktionen, Fieber, Parästhesie, Hyperästhesie.

Impfschutz/Impfschema

Impfschutz und Impfschema hängen von der Art des verwendeten Impfstoffes ab. Nicht alle Impfstoffe decken die zahlreichen Meningokokken-Subtypen (A, B, C, D, H, I, K, L, X, Y, Z, 29E und W135) gleich gut ab.

  • verfügbare Seren in Deutschland gegen A, B, C, Y und W135
  • Schutzwirkung: nahe 100 Prozent der für das jeweilige Vakzin genannten Subtypen
  • Schutzdauer: je nach Impfstoff und Quelle Monate bis Jahre
  • Impfschema: siehe Fachinformationen der Meningokokken-Impfstoffe

Impfempfehlungen

Konjugierte monovalente Impfung gegen Meningokokken des Serotyps C für alle Neugeborenen ab dem Alter von zwölf Monaten. Nicht erfolgte Impfungen können bis zum 18. Lebensjahr nachgeholt werden.
Quadrivalenter Meningokokken-Impfstoff zum Schutz gegen die Subgruppe C, A, W135 und Y für:

  • Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten, mit T- und/oder B-zellulärer Restfunktion, insbesondere Komplement-/Properdindefekte, Hypogammaglobulinämie; Asplenie,gefährdetes Laborpersonal (Arbeiten, bei denen N.-meningitidis-haltige Aerosole entstehen können)
  • Kontaktpersonen eines Erkrankten mit einer impfpräventablen invasiven Meningokokken-Infektion, so bald wie möglich nach dem Kontakt (zusätzlich zur Chemoprophylaxe), sofern nicht bereits ein Impfschutz gegen die entsprechende Serogruppe besteht
  • Urlauber und Helfer in epidemischen/hyperendemischen Länder, besonders bei engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung; Aufenthalte in Regionen mit Krankheitsausbrüchen
  • Schüler und Studierende vor Langzeitaufenthalten in Ländern mit empfohlener allgemeiner Impfung für Jugendliche oder selektiver Impfung für Schüler und Studenten
  • Personen im Umfeld von Meningokokken-Ausbrüchen oder bei regional gehäuftem Auftreten (individuelle Empfehlung der Gesundheitsbehörden).

Neuer Meningokokken-B-Adsorbatimpfstoff gemäß Fachinformation für Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung (vor allem enge Kontaktpersonen von Erkrankten mit einer invasiven Meningokokken-B-Infektion, insbesondere Haushaltskontaktpersonen, aber auch gesundheitlich gefährdete Personen, zum Beispiel solche mit Asplenie oder Komplementdefekten).

Reise/Impfvorschriften

Saudi Arabien schreibt eine Meningokokken-Impfung für die Einreise zu Pilgerreisen (Hadsch) nach Mekka vor.

Autor: Charly Kahle

Stand: 28.11.2016

Quelle:

Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)

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