Pneumokokken-Impfung

Die Pneumokokken-Schutzimpfung schützt vor einem häufigen Erreger von Pneumonie. Die Impfung senkt das Sterberisiko um mehr als 90 Prozent.

Pneumokokken

Impfstoffe

Für die Pneumokokken-Schutzimpfung stehen verschiedene Impfstoffe zur Verfügung. Bei Säuglingen und Kleinkindern werden in der Regel Konjugatimpfstoffe eingesetzt.

  • PCV10 schützt vor den Serogruppen 1, 4, 5, 6B, 7F, 9V, 14, 18C, 19F und 23F.
  • PCV13 wirkt außerdem gegen die Serogruppen 3, 6A und 19A.
  • Der Polysaccharid-Impfstoff für Erwachsene schützt vor 23 Pneumokokken-Typen.

Nebenwirkungen

  • sehr häufig: Erythem, Indurationen und Schwellungen an der Einstichstelle,
  • ohne Häufigkeitsangabe: allergische und anaphylaktoide Reaktionen in Form von Urtikaria, Angioödem, Serumkrankheit; Müdigkeit, Magen-Darm-Beschwerden wie Nausea und Emesis, hämolytische Anämie, Leukozytose, Lymphadenitis, Lymphadenopathie, Thrombozytopenie, Guillain-Barré-Syndrom, Kopfschmerzen, Parästhesien, Radikuloneuropathien, Arthralgie, Arthritis, Myalgie, Abgeschlagenheit, Schüttelfrost, Bewegungseinschränkung, Unwohlsein, peripheres Ödem, erhöhtes C-reaktives Protein.
  • selten: Cellulitis an der Injektionsstelle.
  • Säuglinge: Fieberkrampf

Kontraindikationen/Impfverbote

  • Überempfindlichkeiten gegen Wirkstoffe oder sonstige Bestandteile
  • schwere fieberhafte Erkrankungen (Verschieben der Impfung).

Impfschutz/Impfschema

  • Impfschutz: nach vollständiger Grundimmunisierung bis zu 100 Prozent
  • Schutzdauer: mindestens 9 Jahre, Auffrischung nach 5 Jahren bei angeborenen oder erworbenen Immundefekten oder Nierenkrankheiten
  • Impfschema Säuglinge (neu seit August 2015): 3 statt 4 Impftermine (Ausnahme: Frühgeburten vor der 37. Schwangerschaftswoche). 1. Impfung mit 2 Monaten, 2. Impfung 2 Monate später, 3. Impfung etwa 6 Monate später (im Alter zwischen 11 und 14. Monaten.
  • Impfschema Erwachsene ab dem 60. Lebensjahr: einmalig mit Polysaccharidimpfstoff.

Impfempfehlungen

  • alle Kinder ab dem 2. Lebensmonat
  • Erwachsene über 60 Jahre
  • bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma, chronischer Bronchitis, Diabetes, Leber- und Nierenerkrankungen sowie nach Organtransplantationen
  • splenektomierte Personen oder bei insuffizienter Milz
  • HIV-Infizierte
  • Leukämie-Patienten.

Reisen/Impfvorschriften

Pneumokokken sind weltweit verbreitet und treten vor allem in Entwicklungsländern mit schlechter medizinischer Versorgung und/oder geringer Impfquote besonders häufig auf. Ungeimpfte Urlauber sollten daher vor Reisebeginn sicherheitshalber den Impfstatus prüfen und den Pneumokokken-Schutz ggfs. auffrischen.
Impfvorschriften im Zusammenhang mit der Pneumokokken-Schutzimpfung sind gegenwärtig nicht bekannt.

Autor: Charly Kahle

Stand: 01.12.2016

Quelle:

Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)

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