Tetanus-Impfung

Die Tetanusimpfung gegen Wundstarrkrampf darf zu den wichtigsten Impfungen gezählt werden, da Tetanus-Bakterien überall lauern. Die Impfung schützt bei vollständiger Grundimmunisierung und Auffrischimpfungen vollständig gegen Wundstarrkrampf.

Tetanus

Tetanus-Impfstoffe

Tetanus-Impfstoffe in Deutschland sind als Totimpfstoffe für die aktive Immunisierung und die passive Immunisierung zugelassen.

Nebenwirkungen

Aktive Immunisierung: Kinder

  • sehr häufig: Reizbarkeit, Schläfrigkeit, Reaktionen an der Injektionsstelle (wie Rötung und/oder Schwellung), Schmerzen an der Injektionsstelle, Müdigkeit
  • häufig: Inappetenz, Kopfschmerzen, Diarrhoe, Emesis, Magen-Darm-Beschwerden, Fieber, ausgedehnte Schwellung der Extremität, an der die Impfung vorgenommen wurde (manchmal unter Einbeziehung des angrenzenden Gelenks)
  • gelegentlich: Infektion der oberen Atemwege, Konjunktivitis, Aufmerksamkeitsstörungen, Exanthem, andere Reaktionen an der Injektionsstelle (wie Induration), Schmerzen.

Aktive Immunisierung: Erwachsene

  • sehr häufig: Kopfschmerzen, Reaktionen an der Injektionsstelle (wie Rötung und/oder Schwellung), Unwohlsein, Müdigkeit, Schmerzen an der Injektionsstelle
  • häufig: Schwindel, Husten, Übelkeit, Magen-Darm-Störungen, Fieber, Reaktionen an der Injektionsstelle (wie Induration und steriler Abszess an der Injektionsstelle)
  • gelegentlich: Infektion der oberen Atemwege, Pharyngitis, Lymphadenitis, Synkope, Diarrhoe, Emesis, Hyperhidrosis, Pruritus, Exanthem, Arthralgie, Myalgie, Gelenksteife, Steifheit der Skelettmuskulatur, Fieber über 39 Grad Celsius, grippeähnliche Beschwerden, Schmerzen
  • sehr selten: Erkrankungen des zentralen oder peripheren Nervensystems, einschließlich aufsteigender Lähmungen bis hin zur Atemlähmung.

Insgesamt ohne Häufigkeitsangabe: allergische Reaktionen einschließlich anaphylaktischer und anaphylaktoider Reaktionen, hypoton-hyporesponsive Episoden, Krampfanfälle (mit oder ohne Fieber), Urtikaria, Angioödem, Asthenie.
Postexpositionsprophylaxe und Therapie

  • selten: allergische Reaktionen einschließlich hypotone Episoden, Dyspnoe, Hautreaktionen, generalisierte Reaktionen wie Schüttelfrost, Fieber, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Übelkeit, Emesis, Arthralgie und leichte Rückenschmerzen, Kreislaufreaktionen insbesondere auch bei unbeabsichtigter intravasaler Gabe, lokal begrenzte Schmerzen, Druckempfindlichkeit oder Schwellungen
  • in Einzelfällen: lebensbedrohlicher, anaphylaktischer Schock, selbst wenn Patienten keine Reaktion bei früheren Immunglobulin-Gaben zeigten.

Kontraindikationen/Impfverbote bei Einzel- und Kombinationsimpfstoffen

  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile
  • Überempfindlichkeitsreaktionen nach einer früheren Verabreichung von Diphtherie-, Tetanus- oder Keuchhusten-Impfstoffen
  • Enzephalopathie innerhalb von sieben Tagen nach einer früheren Impfung mit einem Impfstoff mit Keuchhustenkomponente
  • Thrombozytopenie oder neurologische Komplikationen als Reaktion auf eine frühere Impfung gegen Diphtherie und/oder Tetanus
  • Verschiebung der Impfung bei akuter schwerer, fieberhafter Erkrankung.

Impfschutz und Impfschema

  • Impfschutz: nach vollständiger Grundimmunisierung und fristgerechter Auffrischungsimpfung 100 Prozent
  • Impfschema aktive Immunisierung von Säuglingen: Kombinationsimpfstoffe im 2., 3. und 4. Monat sowie im 11. bis 14. Lebensmonat; Auffrischungsimpfungen im Vorschulalter sowie zwischen dem 9. und 17. Lebensjahr. Neugeborene gesunder Mütter mit Impfschutz verfügen in den ersten Lebensmonaten über einen Tetanus-Schutz durch maternale Antikörper.
  • Impfschema aktive Immunisierung von Erwachsenen: Auffrischungen alle 10 Jahre, bei der nächsten fälligen Impfung gegen Diphtherie mit einem Kombinationsimpfstoff auch gegen Pertussis (Keuchhusten)
  • Impfschema passive Immunisierung als Postexpositionsprophylaxe nach akuten Verletzungen bei Verdacht auf Tetanus (Tetanus-Immunprophylaxe) Impfdosis einmalig und unverzüglich, ggfs. auch als Kombinationsimpfstoff; gleichzeitige Gabe von Tetanusimmunglobulin.

Offizielle Impfempfehlung

  • alle Personen ohne vollständigen Impfschutz

Reise – Impfvorschriften

Auf Reisen ist ein kleiner Unfall schnell geschehen. Da Tetanus-Bakterien weltweit verbreitet sind, die Bakterien in feuchtwarmen Ländern besonders häufig vorkommen und eine adäquate Wundversorgung im Urlaub oft nicht sichergestellt ist, sollte die Impfung gegen Wundstarrkrampf bzw. die Überprüfung des Impfschutzes zu den Standardvorbereitungen einer Reise gehören. Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung (Polio) und Hepatitis A sind noch am Tag der Abreise möglich.
Impfvorschriften, die einer Ein- oder Ausreise ohne Tetanus-Impfung entgegenstehen, sind gegenwärtig nicht bekannt.

Autor: Charly Kahle

Stand: 02.12.2016

Quelle:

Robert-Koch-Institut (RKI), Ständige Impfkommission (STIKO)

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