Tollwut-Impfung

Tollwut Impfstoffe verleihen eine 100-prozentige Immunität gegen die unheilbare und immer tödlich verlaufende akute Tollwut. Auch in der Postexpositionsprophylaxe kommen die Vakzine zum Einsatz.

Hund

Tollwut-Impfstoffe

Gegen Tollwut gibt es Totimpfstoffe von verschiedenen Herstellern. Weitergehende Informationen zu Präparaten und den Impfstoffen finden Sie hier:

Nebenwirkungen

  • sehr häufig: lokale Reaktionen und Schmerzen an der Injektionsstelle
  • häufig: Schwäche, Unwohlsein, Fieber, Schüttelfrost, Ermüdung, grippeähnliche Symptome, Lymphadenopathie, Kopfschmerzen, Ausschlag, Myalgie, Arthralgie, Magen-Darm-Beschwerden; Rötungen an der Injektionsstelle
  • gelegentlich: Schwindel
  • selten: Palpitationen, Hitzewallungen, Sehstörungen, Parästhesien.
  • sehr selten: Drehschwindel, Lähmungen, Guillain-Barré-Syndrom, Überempfindlichkeitsreaktionen wie allergischer und anaphylaktischer Schock (selbst wenn Patienten keine Hypersensitivität bei früheren Immunglobulin-Gaben zeigten) – einschließlich Atemwegsobstruktion, Ödemen, Urtikaria, Pruritus, Serumkrankheit
  • ohne Häufigkeitsangabe: Neuropathie, Enzephalitis, Krampfanfall, Asthenie.

Kontraindikationen – Impfverbote

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile
  • keine Anwendung zur präventiven Immunisierung bei Überempfindlichkeit auf Hühnereiweiß, Neomycin, Chlortetracyclin und Amphotericin B
  • bei Mehrfach-Impfungen Impfstoff eines Herstellers verwenden
  • systemische allergische Reaktion nach früherer Gabe von Tollwut-Impfstoff (HDC) inaktiviert oder eines anderen Tollwut-Impfstoffs
  • Verschieben der Impfung im Falle von akuten oder fieberhaften Erkrankungen
  • keinesfalls in Blutgefäße applizieren.

Bei einer Postexpositionsprophylaxe (PEP) gibt es keinerlei Kontraindikationen bzw. Gegenanzeigen, da eine Tollwut-Erkrankung immer zum Tod führt.

Impfschutz und Impfschema

  • Impfschutz: 100 Prozent nach vollständiger Impfserie (je nach Vakzine 3 bis 5 Termine)
  • Schutzdauer: ca. 5 Jahre, sicherheitshalber Titerbestimmung vor möglicher Exposition
  • Impfschemata: gemäß Fachinformation, üblicherweise Injektionen an den Tagen 0, 3, 7, 14 und 28.

Impfempfehlungen

  • Laborpersonal mit Expositionswahrscheinlichkeit
  • vor Reisen in Endemiegebiete (vor allem Asien, Russland, Afrika sowie Zentral-Südamerika)
  • Menschen, die mit Fledermäusen körperlichen Kontakt haben.

Reise – Impfvorschriften

  • möglicherweise mit Tollwut infizierte Haustiere meiden (besonders häufig Hunde und Katzen in Asien, Spanien, auf dem Balkan und der Türkei)
  • kein Kontakt zu Wildtieren wie Affen in Endemiegebieten.

Impfvorschriften für eine Tollwut-Impfung von Urlaubern sind gegenwärtig nicht bekannt (Stand: November 2016).

Autor: Charly Kahle

Stand: 02.12.2016

Quelle:

Robert-Koch-Institut, Ständige Impfkommission (STIKO)

  • Auf Whatsapp teilenTeilen
  • Auf Facebook teilen Teilen
  • Auf Twitter teilenTeilen
  • Auf Google+ teilenTeilen
  • MerkenMerken
  • DruckenDrucken
  • SendenSenden

Impfung und Impfkalender

Reise und Impfung

News zum Thema Impfen

Impfung

21.12.2018 - STIKO empfiehlt Impfung gegen Gürtelrose

Die Ständige Impfkommission empfiehlt allen gesunden Personen ab dem 60. Lebensjahr eine Impfung gegen Herpes Zoster (Gürtelrose).

Impfung Junge

07.12.2018 - HPV-Impfung für Jungen nun auch Kassenleistung

Künftig ist die Impfung gegen Humane Papillomviren auch für Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren eine Kassenleistung. Dies hat der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen. Der Beschluss ist am 30. November 2018 in Kraft getreten.

Grippeschutzimpfung

28.11.2018 - Regionale Versorgungsengpässe bei Grippeimpfstoffen

Eine Sondergenehmigung ermöglicht jetzt eine Umverteilung der Influenzaimpfstoffe, um die Grippeimpfstoffe bundesweit besser zu verteilen und bei Bedarf einfacher zusätzlichen Grippeimpfstoff aus dem europäischen Ausland zu beziehen.

Impfung Kind

28.11.2018 - PEI erweitert Indikation für Influvac Tetra auf Kinder

Influvac Tetra (Mylan) war bisher ab einem Alter von 18 Jahren zugelassen. Aufgrund der derzeitigen regionalen Versorgungsprobleme hat das Paul-Ehrlich-Institut die Zulassung für den saisonalen Grippeimpfstoff geändert und das Alter herabgesenkt.

Smartphone

23.11.2018 - SafeVac: App-basierte Erfassung von Nebenwirkungen nach Grippeimpfung

Forscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung und des Paul-Ehrlich-Instituts testen in einer aktuellen Studie die Smartphone-App "SafeVac", mit der Symptome nach einer Grippeimpfung digital erfasst werden.

Infobrief

12.11.2018 - Informationsschreiben zu Gardasil 9

Der Hersteller informiert über eine Fälschung von Gardasil 9 und gibt Hinweise zur Identifizierung der Originalverpackung.

Pharma News

Ärztliche Fachgebiete

Orphan Disease Finder

Orphan Disease Finder

Hier können Sie seltene Erkrankungen nach Symptomen suchen:

 

Newsletter