Digitalisierung: Paradigmenwechsel in der Patientenversorgung

Im Rahmen der Auftakt-Pressekonferenz des 29. Deutschen Schmerz- und Palliativtages in Frankfurt informierte Tagungspräsident Dr. Müller-Schwefe über die Bedeutung der Digitalisierung für die Patientenversorgung, insbesondere auch in der Schmerzmedizin.

Aussenansicht Congress-Center FFM

Das Motto des Schmerz- und Palliativtages 2018 lautet „Schmerzmedizin 4.0 – Digitalisierung/Vernetzung/Kommunikation“. Welche Themenkomplexe sich dahinter verbergen, das zeigte Dr. Gerhard Müller-Schwefe, Leiter des Schmerz- und Palliativzentrums Göppingen, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) und Tagungspräsident, auf.

Vernetzung ermöglicht Gesamtschau des Patienten

Die Schmerzmedizin 4.0 bedeute einen Paradigmenwechsel in der Versorgung von Patienten, so Müller-Schwefe zu Beginn der Auftakt-Pressekonferenz. Die bisherigen analogen Strukturen lassen eine Gesamtschau des Patienten nicht zu.

Austausch gerade bei Schmerzpatienten wichtig

Gerade bei Schmerzpatienten, bei denen häufig ein Multiorganproblem vorliegt, das nicht in einem Fachgebiet zu verordnen ist, ist ein Austausch nötig. Dieser Austausch müsse sowohl zwischen verschiedenen, an der Behandlung beteiligten Ärzten, als auch zwischen Arzt und Patient erfolgen. Die Digitalisierung kann hier wichtige und nötige Verbesserungen liefern.

Wandel der Arzt-Patient-Beziehung

Auch das tradierte Rollenverhältnis zwischen Arzt und Patient wird durch die Digitalisierung verschoben, da Patienten zunehmend besser informiert sind. Daneben gewinnt die Zusammenarbeit des Arztes, beispielsweise mit Psychologen oder Physiotherapeuten, an Bedeutung und wird durch einen leichteren Informationsaustausch mithilfe digitaler Lösungen erleichtert.

Mangel in Versorgungslage und Weiterbildung

Ein weiterer bedeutender Punkt, bei dem die Digitalisierung hilfreich sein kann, ist der Mangel an ausreichenden, flächendeckenden Versorgungsstrukturen für Schmerzpatienten. Nach wie vor stehen der hohen Zahl an betroffenen Patienten nur 1142 qualifizierte Schmerztherapeuten in Deutschland gegenüber. Dieser Sachverhalt, zusammen mit dem Mangel eines umfassend weitergebildeten „Facharztes für Schmerzmedizin“, bedarf der intensiven Kooperation, Kommunikation und Vernetzung. 

Durch eine enge Verknüpfung von Kommunikation, im Sinne einer stärkeren direkten Interaktion von Betroffenen und Ärzten und dem Ziel, die Versorgung von Menschen mit akuten oder chronischen Schmerzen flächendeckend zu verbessern und zu individualisieren, ist Digitalisierung wirklich sinnvoll, so das Fazit der DGS bei der Auftakt-Pressekonferenz in Frankfurt.

Autor: Dr. Melanie Klingler

Stand: 07.03.2018

Quelle:

Auftakt-Pressekonferenz zum 29. Schmerz- und Palliativtag am 07.03.2018 in Frankfurt am Main

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