Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma grundlegend überarbeitet

Die Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma mit Empfehlungen zu Diagnostik und Therapie wurde überarbeitet und ist seit Ende September in ihrer aktuellen Version kostenfrei abrufbar. Neu sind außerdem fünf Patientenblätter, die Ärzte im Gespräch mit Patienten nutzen können.

Frau mit Asthmaspray

Die nationale VersogungsLeitlinie Asthma enthält 119 Empfehlungen zu Diagnostik und Therapie von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Asthma: Die grundlegend überarbeitete NVL Asthma fasst den aktuellen Wissensstand für alle an der Versorgung Beteiligten zusammen.

Die multidisziplinär zusammengesetzte Leitliniengruppe mit Vertretern aus 21 Fachgesellschaften und Organisationen hat die bisherige NVL Asthma geprüft und dabei neue Erkenntnisse aus Forschung und Versorgung berücksichtigt. Zusätzlich wurden zur Unterstützung des Arzt-Patienten-Gesprächs 5 Patientenblätter entwickelt, die kostenfrei auf der Seite des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ), dem gemeinsamen Kompetenzzentrum von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung für Qualität und Wissenstransfer im Gesundheitswesen, heruntergeladen werden können.

Asthma betrifft alle Altersgruppen und gehört zu den häufigen Volkskrankheiten. Deshalb ist es wichtig, die Versorgung stetig zu verbessern. Der Großteil der NVL wurde aktualisiert. Wenige weitere Kapitel, wie die Behandlung des Asthmaanfalls, werden zeitnah bearbeitet und ergänzt. Die methodische Vorgehensweise ist im Leitlinienreport beschrieben.

Die wichtigsten Neuerungen der NVL Asthma

  • Inhalative Corticosteroide (ICS) als Basis der Langzeittherapie, wenn die Bedarfsmedikation nicht ausreicht.
  • Keine Monotherapie mit langwirkenden Beta-2-Sympathomimetika (LABA). Sie lindern Asthmasymptome, aber nicht die zugrundeliegende Entzündung. Eine Monotherapie mit LABA ohne ICS führt zu mehr Exazerbationen, Krankenhauseinweisungen und Todesfällen. Sind ICS und LABA indiziert, sollen Patienten bevorzugt eine Fixkombination erhalten.
  • Die Einweisung in das Inhalationssystem durch Arzt und Apotheker ist unverzichtbar.
  • Schulung für alle Langzeitpatienten sind notwendig, um das Selbstmanagement der Patienten zu verbessern.
  • Alle Patienten sollen zu körperlicher Aktivität ermutigt werden.
  • Klassifikation und Behandlung richten sich nun ausschließlich nach der Asthmakontrolle. Die Schweregradeinteilung hat keinen Stellenwert mehr.
  • Fraktion des exhalierten Stickstoffmonoxids (FeNO): Bei Patienten mit häufigen Exazerbationen kann die FeNO-Messung in der Verlaufskontrolle helfen, die Therapie anzupassen.
  • Ist das Asthma nicht ausreichend gut kontrolliert, soll der Arzt unter anderem Schulungsbedarf, Adhärenz, Allergie- und Umweltkontrolle sowie die Diagnose überprüfen. Erst wenn entsprechende Maßnahmen durchgeführt wurden, soll die Therapie intensiviert werden.
  • Das Stufenschema für Kinder und Jugendliche umfasst jetzt 6 Therapiestufen. In der 3. Stufe sollen nur mitteldosierte ICS gegeben werden. Erst in der 4. Stufe werden diese mit anderen Wirkstoffen kombiniert. Hochdosierte ICS kommen nun erst ab der 5. Stufe zum Einsatz.
  • Langwirkende Anticholinergika (LAMA) stehen als zusätzliche Option zu ICS und ggf. LABA zur Verfügung (bei Erwachsenen ab Stufe 3, bei Kindern und Jugendlichen ab Stufe 4)
  • Monoklonale Antikörper sind erst in der letzten Therapiestufe vorgesehen, um die Langzeittherapie mit oralen Corticosteroiden zu vermeiden. Zuvor sollen alle anderen medikamentösens Optionen ausgeschöpft werden.

Inhalt der fünf Patientenblätter

Die fünf Patientenblätter  wurden entwickelt, um Ärzte im Gespräch mit Patienten zu unterstützen. Sie umfassen ein bis zwei Seiten. Die Patientenblätter im Überblick:

  • Langzeitbehandlung bei Asthma: Warum Kortison-Spray wichtig ist
  • Inhalier-Geräte bei Asthma: Spray, Pulver oder Vernebler – Welche Unterschiede gibt es?
  • Wechsel des Inhalier-Gerätes bei Asthma: Was tun, wenn ich ein Inhalier-Gerät bekomme, das ich nicht kenne?
  • Asthma: Warum es hilft, aufs Rauchen zu verzichten
  • Allergisches Asthma und Tierallergie: Muss ich das Haustier weggeben?

Kostenfrei abrufbar

Die Leitlinie und die Patientenblätter können auf der Internetseite des ÄZQ abgerufen und je nach Bedarf ausgedruckt werden.

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 28.09.2018

Quelle:

Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftli-chen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma – Leitlinienreport, 3. Auflage. Version 1. 2018 [cited: 2018-09-28]. DOI: 10.6101/AZQ/000403.

Pressemitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vom 27.09.2018

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