Akynzeo - neu ab Juni 2015

Akynzeo ist das erste zugelassene orale Agens, das über eine fixe Wirkstoffkombination zwei Signalwege bei chemotherapie-induzierter Nausea und Vomitus (CINV) anvisiert.

Krebskranke Frau im Krankenhausbett

Neue Fixkombination gegen Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie

Akynzeo der Firma Helsinn Birex Pharmaceuticals Ltd. hat von der EU-Kommission Anfang Juni 2015 die Zulassung zur Prävention von akuter und verzögerter Übelkeit und Erbrechen bei hoch emetogener Cisplatin-basierender und moderat emetogener Chemotherapie erhalten. Das Kombinationspräparat enthält die Wirkstoffe Palonosetron und Netupitant (0,50 mg/300 mg). Diese fixe Wirkstoffkombination soll das Therapieregime bei Krebserkrankungen erheblich erleichtern.

Akynzeo wirkt in akuter und verzögerter Chemo-Phase

Helsinn zufolge soll Akynzeo nach Beginn einer Chemotherapie während der gesamten Phase erfolgreich Übelkeit und Erbrechen verhindern. Der bekannte 5-HT3-Rezeptorantagonist Palonosetron beugt Übelkeit und Erbrechen während der akuten Phase (innerhalb der ersten 24 Stunden) nach Beginn der Chemotherapie vor. Netupitant ist ein hoch selektiver Neurokinin-1-Antagonist. Dieser neue Wirkstoff verhindert Übelkeit und Erbrechen sowohl in der akuten als auch in der verzögerten Phase (25 bis 120 Stunden) nach Chemobeginn.

Kombinierte Wirkweise von Palaonosetron und Netupitant

Akynzeo ist das erste zugelassene orale Agens, das über eine fixe Wirkstoffkombination zwei Signalwege bei chemotherapie-induzierter Nausea und Vomitus (CINV) anvisiert.

Palonosetron gehört wie Ondansetron und Granisetron zur Gruppe der Serotonin-Antagonisten. Seine antiemetische Wirkung basiert auf dem selektiven Antagonismus an Serotonin-5-HT3-Rezeptoren. Bemerkenswert ist die längere terminale Halbwertszeit von Palonosetron (40 Stunden) gegenüber Ondansetron (4 Stunden) und Granisetron (9 Stunden). Zudem hat Palonosetron im Vergleich zu anderen 5-HT3-Rezeptorantagonisten einen sehr starken Bindungsmodus und eine hohe Rezeptoraffinität zu 5-HT3-Rezeptoren.

Netupitant blockiert als hochgradig selektiver NK1-Rezeptorantagonist die Aktivität von Substanz P. Dieser endogene Neurotransmitter ist in hoher Konzentration in der Area postrema (im Brechzentrum) des Hirnstamms enthalten und stimuliert den Brechreflex. Durch diese kombinierte Wirkweise kann effizient einer chemotherapie-vermittelten Übelkeit entgegengewirkt werden. Chemotherapie-induzierte Nausea und Vomitus (CINV)

Übelkeit und Erbrechen sind die häufigsten Nebenwirkungen im Anschluss an eine Chemotherapie. Vermutlich werden diese Symptome verursacht, indem Chemotherapeutika Serotonin aus den enterochromaffinen Zellen des Dünndarms freisetzen. Der freigesetzte Neurotransmitter soll dann die 5-HT3-Rezeptoren auf vagalen Afferenzen aktivieren und den Brechreflex auslösen. 5-HT3-Rezeptoren befinden sich peripher an den Nervenenden des Nervus vagus und zentral in der Chemorezeptor-Triggerzone der Area postrema.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Akynzeo

Zu den häufigsten Nebenwirkungen während der Akynzeo-Therapie zählen Kopfschmerzen, Fatigue, Dyspepsie und Obstipation sowie Bradykardie und QT-Zeit-Verlängerungen. Theoretisch besteht auch ein erhöhtes Risiko des potenziell tödlichen Serotonin-Syndroms. Zudem sind vielfältige Interaktionen mit anderen Wirkstoffen (inklusive Zytostatika) möglich, da Netupitant unter anderem über das CYP3A4 metabolisiert wird. Patienten mit verlängertem QT-Intervall sollten während der Therapie sorgfältig ärztlich überwacht werden.

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