BfR informiert zur Fluorid-Prophylaxe bei Säuglingen und Kleinkindern

In einer aktuellen Pressemitteilung informiert das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) über die Fluorid-Vorbeugung bei Säuglingen und Kleinkindern. Laut BfR haben die meisten Kinder gute Zähne, allerdings besteht bei Kleinkindern Nachholbedarf in der Kariesprophylaxe.

Kind Zähneputzen

Bei der Kariesprophylaxe spielen die Fluoride eine wichtige Rolle, da sie den Zahnschmelz widerstandsfähig machen und das Kariesrisiko verringern. Zuviel Fluorid in jungen Jahren allerdings kann Knochen und Zähnen schaden.

Zusammenfassung der wesentlichen Empfehlungen des BfR zur Fluoridprophylaxe

  • Fluorid nur in Form der Fluoridprophylaxe anzuwenden.
  • Sobald mit dem Zähneputzen mit fluoridierter Zahnpasta begonnen wird, sollten keine Fluoridpräparate mehr eingenommen werden, da alleine durch das Verschlucken von Zahnpasta Kleinkinder etwa genau so viel Fluorid aufnehmen wie durch Tabletten oder fluoridiertes Salz.
  • Es gibt keine eindeutigen Belege dafür, dass eine Zahnpasta mit 500 ppm Fluorid (entspricht 0,05 % Fluoridanteil) weniger wirksam ist als eine mit 1000 ppm (0,1 % Fluorid).
  • Das BfR merkt kritisch an, dass es an belastbaren wissenschaftlichen Studien zu Nutzen und Risiken der Kariesvorbeugung durch Fluoridsupplemente mangelt. Es gibt keine repräsentative Untersuchung für Deutschland, in der alle Einflüsse auf die Kariesentstehung wie-prävention ausreichend berücksichtigt werden.

Kenntnisstand zur Fluorid-Prophylaxe in der Bevölkerung

Das BfR schätzt den heutigen Kenntnisstand der Bevölkerung zur Kariesprophylaxe bzw. Mundhygiene und die gegenwärtige Praxis in Deutschland so ein, dass  relativ viele Eltern neben den verschriebenen Fluoridtabletten auch fluoridierte Zahnpasten verwenden. Das BfR führt das auf die Uneinheitlichkeit der Empfehlungen zurück. Daten aus dem KiGGS-Surveys des Robert-Koch-Instituts (RKI) und einer Elternbefragung bestätigen das.

Empfehlungen an Ärzte

Das BfR empfiehlt daher, bei der Verschreibung von Fluoridtabletten die Anamnese zur Verwendung von fluoridierter Zahnpasta und fluoridiertem Speisesalz zu berücksichtigen und auch die regionale Fluoridkonzentration im Trinkwasser einzubeziehen. Selbst wenn Trinkwasser in Deutschland in der Regel < 0,3 ppm Fluorid aufweist, gibt es Regionen mit höheren Fluoridkonzentrationen, die insbesondere bei nicht gestillten Kindern zu erheblichen Steigerungen der Fluoridaufnahmen führen können.
Die Evidenzlage ist insgesamt zu ungenügend, um zuverlässige quantitative Aussagen zu Nutzen und Risiken der verschiedenen kariespräventiven Maßnahmen treffen zu können.
Das BfR empfiehlt die Durchführung einer gut geplanten prospektiven Studie, die ein repräsentatives Bild für Deutschland liefern kann und in der alle Einflussfaktoren auf die Kariesentstehung bzw. -prävention ausreichend berücksichtigt werden.

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 06.06.2018

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