Neueinführung Canemes (Nabilon)

Zum 1. Januar 2017 wurde das Nabilon-haltige Betäubungsmittel Canemes zur Behandlung von durch die Chemotherapie bedingter Nausea und Erbrechen in den Markt eingeführt.

Frau während der Chemotherapie

Was ist Canemes?

Canemes ist ein Arzneimittel für die  Behandlung chemotherapiebedingter Emesis und Nausea bei Krebs-Patienten, die auf andere antiemetische Behandlungen nicht adäquat ansprechen. Canemes enthält den Wirkstoff Nabilon. Canemes ist der Behandlung Erwachsener vorbehalten, bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurden die Wirksamkeit und Sicherheit nicht dokumentiert. Canemes wird vom Unternehmen AOP Orphan Pharmaceuticals AG vertrieben.

Canemes enthält Nabilon

Nabilon ist ein synthetisches Cannabinoid. Es besitzt eine ausgeprägte antiemetische Wirkung bei Patienten, die maligne Neoplasien aufweisen und deshalb chemotherapeutisch behandelt werden. Der Wirkmechanismus wurde an Katzen und Hunden studiert. Obwohl der genaue Mechanismus noch nicht voll geklärt wurde, ist eine Reihe von möglichen Angriffspunkten im Körper für die antiemetische Wirkung von Nabilon beschrieben.

Wie wird Canemes angewendet?

Die übliche Dosierung beträgt 1 bis 2 mg zweimal täglich. Zu Beginn der Behandlung sollte zunächst die niedrigere Dosierung eingesetzt werden. Die erste Dosis sollte am Abend vor Beginn der Chemotherapie, die zweite dann 1 bis 3 Stunden vor der Chemotherapie verabreicht werden. Eine maximale Dosis von 6 mg in 3 Einzelgaben sollte nicht überschritten werden. Die Anwendung kann über den gesamten Chemotherapie-Zyklus  erfolgen und bis zu 48 Stunden nach der Beendigung der Chemotherapie weitergeführt werden. Zur chronischen Gabe liegen bisher keine Daten vor.

Anwendungsbeschränkungen

Patienten mit Leberfunktionsstörungen sollten nicht mit Canemes behandelt werden. Vorsicht ist auch bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen angebracht.

Welche Wechselwirkungen besitzt Canemes?

Bei gleichzeitiger Anwendung mit Diazepam, Natrium-Secobarbital, Alkohol oder Codein kommt es zur Wirkungsverstärkung.
Bei gleichzeitiger Gabe von Cannabinoiden wurden bei Wechselwirkungen mit den folgenden Substanzen festgestellt: Amphetamine, Kokain, andere Sympathomimetika, Atropin, Scopolamin, Antihistaminika, andere Anticholinergika, Amitriptylin, Amoxapin, Desipramin, andere trizyklische Antidepressiva, Barbiturate, Benzodiazepine, Lithium, Opioide, Buspiron, Muskelrelaxanzien, ZNS-hemmende Substanzen Disulfiram, Fluoxetin , Antipyrine , Theophyllin , Naltrexon

Häufige Nebenwirkungen:

Folgende Nebenwirkungen treten bei der Anwendung von Canemes häufig auf:

  • Somnolenz
  • Ataxie
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Euphorie
  • Schlafstörungen
  • Dysphorie
  • Sehstörungen
  • Vertigo
  • Hypotonie
  • Mundtrockenheit
  • Nausea

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 02.01.2017

Quelle:

AOP Orphan Pharmaceuticals AG

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