Lunapharm Arzneimittelskandal: Task Force zur Aufklärung des Sachverhalts eingerichtet

Am 20. Juli 2018 hat die Gesundheitsministerin des Landes Brandenburg Diana Golze eine Task Force zur Aufklärung sämtlicher Vorwürfe rund um den Handel mit potentiell gestohlenen Krebsmedikamenten berufen.

Arzneimittelskandal

Hintergrund des deutsch-griechischen Arzneimittelskandals

Teure Arzneimittel wurden gestohlen, abenteuerlich gelagert und transportiert - Kühlketten sollen unterbrochen worden sein. Dadurch war die Qualität und Wirksamkeit der Präparate nicht mehr gesichert. Dennoch wurden sie zunächst noch vertrieben. Die zuständige Aufsichtsbehörde hat erst viel zu spät das kriminelle Geschäft bemerkt und zu spät gehandelt. Nach wie vor sind noch viele Fragen offen. So ist etwa unklar, wie viele Patienten Krebsarzneimittel des Brandenburgischen Händlers Lunapharm erhielten. Bekannt ist dagegen, an welche Kunden Lunapharm die betroffenen Präparate geliefert hatte.

Neben den Verwaltungsexperten werden insbesondere Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft sowie Prof. Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker, sowie die Justiziarin des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (MASGF), Susanne Köhler, mitwirken. [1]

Lunapharm-Rückrufe: Diese Arzneimittel sind betroffen

Aktuell werden nur diejenigen Lunapharm-Produkte zurückgerufen, deren Verfalldatum noch nicht abgelaufen ist. Dabei handelt es sich um folgende elf Präparate:

Eine vollständige Übersicht der Arzneimittel und betroffenen Chargen ist auf Homepage des MASGF Brandenburg veröffentlicht [2]. Eine Auflistung von Kunden, die die betroffenen Arzneimittel bezogen haben, wird derzeit zusammengestellt. Die entsprechenden Chargenrückrufe sind seit 25. Juli 2018 unter Gelbe Liste Online Rückrufe zu finden.

Griechische Behörden werden um Stellungnahme gebeten

Die griechischen Behörden wurden um Stellungnahme gebeten, ob es sich bei den an Lunapharm Deutschland GmbH gelieferten Arzneimitteln tatsächlich um gestohlene Produkte handelt. Bisher gibt es eine solche Stellungnahme allerdings noch nicht. Es ist zudem auch unklar, ob die Arzneimittel ordnungsmäßig kühl transportiert wurden oder nicht. Die Rückstellmuster der betroffenen Arzneimittel werden im Moment laboranalytisch überprüft. Die Ergebnisse sollen nach Vorliegen veröffentlicht werden. Dem Arzneimittelunternehmen Lunapharm Deutschland GmbH wurde zwischenzeitlich die Betriebserlaubnis entzogen.

Infotelefon des brandenburgischen Gesundheitsministeriums eingerichtet

Das Brandenburger Gesundheitsministerium hat ein Infotelefon geschaltet. Hier können sich Patientinnen und Patienten täglich zwischen 10:00 und 16:00 Uhr darüber beraten lassen, welche Medikamente derzeit vom Rückruf betroffen sind und welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch die Anwendung potentiell gefälschter Arzneimittel eintreten können. Apotheken werden gebeten, die Rufnummer des Infotelefons an Patienten weiterzugeben. Auch Apotheken können diese Nummer für Rückfragen nutzen.

Die Rufnummer lautet: 0331 866-5020. [3]

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