Dolutegravir: Vorläufige Studienbeurteilung Geburtsergebnisse HIV-infizierter Frauen

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) informiert über die vorläufigen Daten aus einer Beobachtungsstudie zu Dolutegravir über die Geburtsergebnisse bei mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV) infizierten Frauen.

Schwangere Babybauch

Nach einer Bewertung der Sicherheit von Dolutegravir während der Schwangerschaft wurde eine Änderung der Produktinformation Dolutegravir-haltiger Arzneimittel empfohlen:

  • Während des ersten Trimenon darf Dolutegravir nicht angewendet werden, es sei denn, es gibt keine Alternative.
  • Im zweiten und dritten Trimenon sollte Dolutegravir nur dann angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen das potenzielle Risiko für den Fetus rechtfertigt.
  • Bei Frauen im gebärfähigen Alter sollte vor Beginn der Behandlung mit Dolutegravir ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.
  • Frauen im gebärfähigen Alter, die Dolutegravir einnehmen, sollten während der gesamten Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Erhöhte Anzahl von Neuralrohrdefekten

Vorläufige Daten aus einer Beobachtungsstudie zeigen eine erhöhte Inzidenz von Neuralrohrdefekten (0,9 %) bei Neugeborenen, deren Mütter zum Zeitpunkt der Konzeption Dolutegravir eingenommen haben im Vergleich zu Neugeborenen, deren Mütter ein Dolutegravir-freies Behandlungsschema erhalten haben (0,1 %) (siehe auch Rote-Hand-Brief vom 01.06.2018).

In der Allgemeinbevölkerung liegt die Inzidenz für Neuralrohrdefekte bei 0,05 bis 0,1 %. Neuralrohrdefekte entstehen innerhalb der ersten vier Wochen der Embryonalentwicklung. Deshalb sind Frauen betroffen, die Dolutegravir zum Zeitpunkt der Empfängnis bzw. in der Frühphase der Schwangerschaft erhalten.

Es gibt noch keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko nach Anwendung von Dolutegravir im zweiten und dritten Trimenon. Da der Pathomechanismus nicht bekannt ist, über den Dolutegravir auf die Schwangerschaft beim Menschen wirken kann, lässt sich laut AkdÄ die Unbedenklichkeit der Anwendung im zweiten und dritten Trimenon jedoch nicht bestätigen.

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 12.02.2019

Quelle:

Drug Safety Mail 2019-09, AkdÄ, 12.02.2019

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