EU-Zulassung für Ceftolozan/Tazobactam

Ceftolozan/Tazobactam (Zerbaxa von MSD Sharp & Dohme) hat von der EU-Kommission im September 2015 die Zulassung für die Behandlung von Erwachsenen mit akuter Pyelonephritis, komplizierten Harnwegsinfektionen und intraabdominalen Infektionen mit erschwertem Verlauf, die durch bestimmte empfindliche gramnegative Bakterien bedingt sind, erhalten.

EU-Zulassung für Ceftolozan/Tazobactam

Ceftolozan/Tazobactam (Zerbaxa von MSD Sharp & Dohme) hat von der EU-Kommission im September 2015 die Zulassung für die Behandlung von Erwachsenen mit akuter Pyelonephritis, komplizierten Harnwegsinfektionen und intraabdominalen Infektionen mit erschwertem Verlauf, die durch bestimmte empfindliche gramnegative Bakterien bedingt sind, erhalten. Das neuartige Antibiotikum ist als intravenöse Darreichungsform verfügbar und wird als Tropf-Infusion alle acht Stunden verabreicht.

Fixkombi aus Cephalosporin und Beta-Lactamase-Hemmer

Das neuartig wirksame Cephalosporin Ceftolozan in Fixkombination mit dem bewährten Beta-Lactamase-Inhibitor Tazobactam macht Zerbaxa zu einer potenziell wirksamen Waffe gegen gramnegative Erreger. Dazu gehören unter anderem Escherichia coli, Klebsiella pneumoniae, Proteus mirabilis und Pseudomonas aeruginosa.

Gramnegative Erreger auf dem Vormarsch

Gramnegative Erreger sind oft Ursache für intraabdominale Infektionen und Harnwegsinfektionen. Letztere werden am häufigsten durch Escherichia coli verursacht. Zunehmend aber werden Harnwegsinfektionen beobachtet, die durch Pseudomonas aeruginosa hervorgerufen werden. Das Bakterium gilt bereits jetzt als zweithäufigste Ursache von Katheter-assoziierten Harnwegsinfektionen.
Bei den intraabdominellen Infektionen gehören vor allem Enterobacteriaceae wie Escherichia coli und Klebsiella pneumoniae zu den häufigsten Problemkeimen.
Insgesamt nehmen Infektionen durch gramnegative Erreger weltweit zu.

Wirkweise von Zerbaxa

Der Cephalosporin-antibakterielle Wirkstoff Ceftolozan gehört zu den Cephalosporinen der 5. Generation. Ceftolozan wirkt bakterizid, indem es wichtige Penicillin-bindende Proteine (PBP) bindet. In Folge wird die bakterielle Zellwandsynthese gehemmt und der Zelltod tritt ein.

Der Beta-Lactamase-Inhibitor Tazobactam ist ein strukturell mit den Penicillinen verwandtes Beta-Lactam. Es wirkt nur minimal antimikrobiell, inhibiert aber etliche molekulare Klasse-A-Beta-Lactamasen, einschließlich CTX-M-, SHV- und TEM-Enzymen. Diese Enzyme bewirken eine Resistenz gegenüber Ceftolozan. Mit der Hemmung durch Tazobactam können Resistenzen gegenüber Ceftolozan überwunden und die Wirkung des Antibiotikums verstärkt werden.

Resistenz-Mechanismen

Die Mechanismen der bakteriellen Resistenz gegen Ceftolozan/Tazobactam umfassen insbesondere die:

  • Bildung von Beta-Lactamasen, die Ceftolozan hydrolysieren können und nicht von Tazobactam gehemmt werden (zum Beispiel von Enterobacteriaceae gebildete AmpC-Enzyme und Serin-basierte Carbapenemasen wie KPC)
  • Modifikation von Penicillin-Binding Proteinen (PBPs).

Verträglichkeit und Nebenwirkungen

Wirksamkeit und Verträglichkeit von Ceftolozan/Tazobactam wurde in Kombination mit Metronidazol bei komplizierten intraabdominalen Infektionen mit denen von Meropenem verglichen. Studien zufolge erwiesen sich beide Behandlungsformen als vergleichbar wirksam und verträglich.
Bei komplizierten Harnwegsinfektionen wurde die Therapie mit Ceftolozan/Tazobactam der Gabe von Levofloxacin gegenübergestellt. Auch hier waren Wirksamkeit und Verträglichkeit annähernd vergleichbar. Bei den unerwünschten Ereignissen schloss Ceftolozan/Tazobactam sogar besser ab. Die therapiebedingte Nebenwirkungsquote lag für die Fixkombination bei 10,3 %, im Vergleich zu 12 % bei der Levofloxacin-Behandlung.
Die häufigsten Nebenwirkungen von Ceftolozan/Tazobactam sind Cephalgie, Obstipation, Diarrhoe, Nausea, Emesis, Fieber sowie erhöhte Leberenzymwerte.

Autor: Dr. Christian Kretschmer (Arzt)

Stand: 07.10.2015

Quelle:

MSD Sharp u. Dohme GmbH

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