Fluorouracil: Risikobewertung zum Screening von Krebspatienten vor Behandlung gestartet

Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der Europäischen Arzneimittelagentur hat ein Risikobewertungsverfahren zum Screening von Krebspatienten vor der Behandlung mit Fluorouracil und den verwandten Arzneimittel Capecitabin, Tegafur und Flucytosin gestartet.

Chemotherapie Frau

Das als Injektion verabreichte Fluorouracil sowie die beiden Arzneimittel Capecitabin und Tegafur, die nach oraler Gabe in Fluorouracil umgewandelt werden, sind Krebsarzneimittel. Topisches  Fluorouracil wird bei verschiedenen Hauterkrankungen eingesetzt und Flucytosin ist ein Arzneimittel bei schweren Pilzinfektionen.

Es ist bekannt, dass einigen Patienten ein Enzym namens Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) fehlt, das zum Abbau von Fluorouracil benötigt wird. Die Verordner wissen dies jedoch möglicherweise nicht. Der Körper dieser Patienten kann Fluorouracil oder verwandte Substanzen nicht abbauen, was zu einer Ansammlung im Blut führt.

Es kann zu schweren und lebensbedrohlichen Nebenwirkungen wie Neutropenie, Neurotoxizität schwerem Durchfall und Stomatitis kommen. Patienten mit einem vollständigen Mangel an DPD sollten daher kein Fluorouracil oder Arzneimittel erhalten, die es im Körper bilden können.

Die Produktinformationen der meisten dieser Arzneimittel besagen, dass sie nicht bei Patienten mit vollständigem DPD-Mangel verwendet werden sollten. Gentests auf DPD-Mangel werden für die meisten zur Krebsbehandlung verwendeten Arzneimittel empfohlen, ein systematisches Screening auf DPD-Mangel vor Beginn der Behandlung ist jedoch nicht obligatorisch.

Darüber hinaus wurden kürzlich neue Daten zu Gentests und anderen DPD-Screening-Methoden veröffentlicht, die die aktuellen Empfehlungen beeinflussen können. Die EMA wird nun die verfügbaren Daten in Bezug auf bestehende Screening-Methoden zum Erkennen eines DPD-Mangels bewerten und empfehlen, ob Änderungen an der Art und Weise der Verwendung dieser Arzneimittel erforderlich sind, um deren sichere Anwendung sicherzustellen.

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 18.03.2019

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