Aktuelle FORTA-Liste: Arzneimittel für Senioren

Die FORTA-Liste ist die einzige Arzneimittelliste für die Geriatrie, die nicht nur von Substanzen abrät, sondern bestimmte für Senioren besonders geeignete Wirkstoffe ausdrücklich empfiehlt. Die aktuelle FORTA-Liste ist ab jetzt verfügbar.

Polymedikation Alter

Hintergrund

Pharmakodynamik und Pharmakokinetik von Arzneimitteln können sich in der geriatrischen Therapie anders verhalten als beim jungen Erwachsenen. In den Fachinformationen werden diese für die Geriatrie entscheidenden „Altersunterschiede“ in der Regel nicht dargestellt. Für den praktischen Arzt kann es daher schwer sein, Wirkungen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen der gewählten Arzneimitteltherapie beim älteren Patienten einzuschätzen.

Versuch und Irrtum

Arzneimitteltherapien, die aufgrund mangelnder Informationen nach dem Prinzip Versuch und Irrtum an die Stoffwechselsituation älterer Menschen angepasst werden müssen, stellen für den Patienten eine große und unnötige Belastung dar. Das Projekt FORTA (Fit fOr The Aged) der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg kann dem Praktiker bei der Auswahl der geeigneten Medikamente für ältere Patienten Orientierung bieten [1].

Zielsetzung

Das FORTA-Projekt hat zum Ziel, Ärzten in der Praxis über die FORTA-Liste eine stets aktualisierte Medikamentenklassifikation zur Verfügung zu stellen, die sowohl Vor- als auch Nachteile der gelisteten Substanzen bei der Arzneimitteltherapie älterer Patienten beleuchtet. Die 2018 aktualisierte FORTA-Liste ist jetzt verfügbar.

Methodik

Mithilfe der verfügbaren klinischen Studien wurden Substanzen zur Behandlung typischer Alterskrankheiten auf ihre Eignung zur Therapie älterer Patienten hin bewertet und nach ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit in die folgenden vier Kategorien eingestuft:

  • A: unverzichtbar
  • B: vorteilhaft
  • C: fragwürdig
  • D: vermeiden.

Ergebnisse

In der jetzt veröffentlichten FORTA-Liste 2018 finden Ärzte insgesamt 296 Substanzen für die Therapie von 30 alterstypischen Erkrankungen, darunter z. B.

Fazit

Die FORTA-Liste ist als Orientierungshilfe für Ärzte und Apotheker konzipiert. Patienten können die Liste einsehen. Sie werden jedoch aufgefordert, Fragen oder Probleme in Bezug auf ihre Therapie stets mit dem behandelnden Arzt zu besprechen und keinesfalls eigenständig Änderungen ihrer Medikation vorzunehmen. Die FORTA-Liste ist die einzige Arzneimittelliste, die sowohl positive als auch negative Empfehlungen für die Behandlung älterer Patienten enthält. So erhält der Arzt nicht nur Informationen über Arzneimittel, die bei der Therapie älterer Patienten möglichst vermieden werden sollten, sondern eben auch ausdrückliche Empfehlungen für den Einsatz eines für Ältere besonders geeigneten Medikaments.

In mehreren Evaluierungsstudien erwies sich das FORTA-Prinzip als ein wertvolles Hilfsmittel zur Vermeidung von Nebenwirkungen und zur Optimierung der Pharmakotherapie bei älteren Patienten. Sie trug dazu, dass das Befinden der Patienten deutlich verbessert werden konnte. Die FORTA-Liste kann unter Informationen zur FORTA-Liste als Webversion, als kommentierte und unkommentierte pdf-Version und als App heruntergeladen werden.

Autor: Barbara Welsch (Medizinjournalistin)

Stand: 26.02.2019

Quelle:
  1. Institut für Klinische Pharmakologie Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Pressemitteilung, 20. Februar 2019
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