Neue Übertragungswege für FSME : Auwaldzecke und Rohmilch

Forscher der Universität Hohenheim konnten anhand aktueller Auswertungen an einem klar dokumentierten Fall nachweisen, dass auch infizierte Rohmilch eine Hirnhautentzündung übertragen kann.

Auwaldzecke

FSME durch Genuss infizierter Rohmilch

Bisher hatte es einen solchen Fall von Infizierung durch Rohmilch in Deutschland noch nicht gegeben, allerdings kommen FSME-Infektionen nach dem Verzehr von Rohmilchprodukten in Osteuropa regelmäßig vor, berichtet die Zeckenexpertin Prof. Dr. Ute Mackenstedt.

Im vorliegenden deutschen Fall hatte eine Familie beim Besuch eines Biohofes Ziegenrohmilch probiert. Diese war unglücklicherweise mit dem FSME-Virus infiziert. Zwei Familienmitglieder erkrankten an FSME. Sie mussten stationär behandelt werden, erholten sich aber wieder. Laut den Forschern ist davon auszugehen, dass bei Milchprodukten aus pasteurisierter Milch keine Ansteckungsgefahr bestehe.

Auwald-Zecke als neuer FSME-Überträger

Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus), die bei wesentlich niedrigeren Temperaturen als der Gemeine Holzbock bereits aktiv ist, galt bislang nicht als Überträger des Erregers. Allerdings wurden an einem Mess-Standort nahe Leipzig 2016 und 2017 mit FSME infizierte Auwaldzecken gefunden. Laut PD Dr. Dobler, dem Leiter des Deutschen Konsiliarloabrs für FSME in München ist zwar nicht ausgeschlossen, dass Auwaldzecken auch Menschen befallen. Allerdings werden Tiere deutlich häufiger befallen. Eine FSME-Impfung schützt aber auch vor der Auwald-Zecke, beruhigt PD Dr. Dobler.

Weiterführende Informationen

In unserem Schwerpunktthema "Impfen" finden Sie weitere Informationen zur FSME-Impfung.

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 07.04.2017

Quelle:

Pressemitteilung Universität Hohenheim

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