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Morbus-Fabry gehört zu den seltenen Erbkrankheiten. Galafold wurde deshalb als Arzneimittel für seltene Leiden (Orphan-Arzneimittel) ausgewiesen. Für Fabry-Patienten ist Galafold das erste Medikament aus dem Bereich der Präzisionsmedizin und auch das erste, das oral eingenommen werden kann.

Migalastat ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Small Molecules und wirkt als pharmakologisches Chaperon (aus dem Englischen für Anstandsdame). Bei Morbus Fabry führen bestimmte GLA-Mutationen zur Bildung von fehlgefalteten und instabilen, mutierten α-Galaktosidase A-Formen. Migalastat bindet selektiv und reversibel mit hoher Affinität an aktive Zentren des fehlerhaft geformten Enzyms α-GAL A. Dadurch wird seine Proteinfaltung zur richtigen Konformation verschoben und das Enzym im endoplasmatischen Retikulum stabilisiert. In Folge kann das Enzym ordnungsgemäß zu den Lysosomen transportiert werden. Durch die Dissoziation von Migalast wird die α-GAL A-Aktivität wiederhergestellt und GL-3 abgebaut.

Dosierung von Galafold

Galafold ist als Kapseln mit 123 mg Migalastat erhältlich. Die vom Hersteller empfohlene Dosis beträgt eine Kapsel alle zwei Tage. Diese sollte mindestens zwei Stunden vor oder frühestens zwei Stunden nach einer Mahlzeit - vorzugsweise immer zur gleichen Uhrzeit - eingenommen werden. Die Zeitabstände sind möglichst genau einzuhalten, da Nahrungsmittel die Aufnahme von Migalastat um etwa 40 Prozent verringern können. Die Behandlung sollte nur von einem in der Diagnose und Behandlung erfahrenen Arzt eingeleitet und überwacht werden. Über für die Behandlung sensitive und nicht sensitive GLA-Mutationen kann sich medizinisches Fachpersonal auf www.galafoldamenabilitytable.com informieren.

Morbus Fabry

Morbus Fabry ist eine progressive, x-chromosomal vererbte, lysosomale, lebensverkürzende Speicherkrankheit, die Männer und Frauen betrifft. Ursache der Fabry-Krankheit sind Mutationen im GLA-Gen. Dieses Gen ist für die Herstellung des Enzyms α-Galaktosidase A, das normalerweise einen als Globotriaosylceramid (GL-3) bezeichneten Fettstoff abbaut, verantwortlich. Mutationen im GLA-Gen führen zu einem Mangel des lysosomalen Enzyms α-Galactosidase A. Eine gesunde α-Gal A ist aber unabdingbar für den Stoffwechsel von Glycosphingolipiden. Bei Patienten mit Morbus Fabry ist die Funktionsweise dieses Enzyms gestört. Daher kann GL-3 nicht abgebaut werden und sammelt sich progressiv in empfindlichen Zellen, Geweben und Organen, unter anderem im Herz und in den Nieren, an. Das führt in Folge zu der mit Morbus Fabry assoziierten Morbidität und Letalität.

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 01.06.2016

Quelle:

European Medicines Agency (EMA)