Hepatitis-E-Test bei Blutspenden

Die Zunahme von Hepatitis-E-Infektionen veranlasste das Paul-Ehrlich-Institut dazu, eine Testung von Blutkomponenten auf das Virus anzuordnen.

Rote Blutkoerperchen

In Deutschland eingesetzte Blutkomponenten sind durch umfassende Maßnahmen sehr sicher. Vorgeschrieben sind unter anderem flächendeckende Testungen auf das humane Immunschwächevirus (HIV), Hepatitis B und C.

Da es in den letzten Jahren zu einigen Übertragungsfällen von Hepatitis E kam, hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) eine zusätzliche Untersuchung von Blutkomponenten auf Hepatitis-E-Viren (HEV) angeordnet. Abhängig vom Produkt wird der Test ab 01.01.2020 bzw. 01.01.2021 verpflichtend [1].

Hepatitis E und Blutspenden

Verschiedene Publikationen berichteten in den vergangenen Jahren über Infektionen mit Hepatitis E bei Blutspendern und die Gefahr der Virusübertragung durch Blutkomponenten [2]. Das Robert-Koch-Institut (RKI) verzeichnete in den letzten Jahren außerdem einen deutlichen Anstieg von Infektionen mit HEV [3].

Unter den schwerwiegenden Transfusionsreaktionen, die dem PEI zwischen 2013 und 2015 gemeldet wurden, konnte bei mindestens sieben Fällen eine transfusionsbedingte Infektion mit dem HEV bestätigt werden. Übertragungsweg war in drei Fällen die Thrombozytapherese und in vier Fällen die Vollblut-Spende.

Hepatitis-E-Testung von Blutspendern

Das ermittelte Risiko einer transfusionsbedingten Übertragung des HEV hat in einigen europäischen Ländern bereits zur Einführung eines HEV-NAT-Spendertestes geführt bzw. ist die Etablierung eines solchen Testes in den kommenden Monaten geplant.

Die Einführung einer Testung wurde als Ergebnis eines Stufenplanverfahrens nun auch für Deutschland beschlossen. Professor Klaus Cichutek, Präsident des PEI erläutert: "Wie bei allen Entscheidungen, die Maßnahmen im Blutspendewesen betreffen, steht die Sicherheit der Patientinnen und Patienten, die Blutprodukte erhalten, an erster Stelle. Wir ordnen aus diesem Grund eine generelle Spendertestung an."

Inkrafttreten in zwei Stufen

Das PEI ordnet an, dass Blutkomponenten zur Transfusion, Stammzellzubereitungen aus Nabelschnurblut und zur hämatopoetischen Rekonstitution und quarantänegelagerte therapeutische Frischplasmen mit einem geeigneten Verfahren auf HEV getestet werden müssen.

Die Testung muss ab 01.01.2020 bei Erythrozytenkonzentraten, Thrombozytenkonzentraten und bei Stammzellpräparaten aus Nabelschnurblut und Stammzellpräparaten für die hämatopoetische Rekonstitution aus peripherem Blut oder Knochenmark stattfinden.

Eine längere Übergangsfrist bis 01.01.2021 ist für quarantänegelagerte therapeutische Frischplasmen nötig. Der Grund dafür ist, dass für einen großen Teil der zwischenzeitlich hergestellten therapeutischen Frischplasmen aufgrund der langfristigen Bevorratung die Übergangsfrist bis 2020 nicht realisierbar wäre.

Autor: Dr. Melanie Klingler

Stand: 31.05.2019

Quelle:
  1. Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Pressemeldung, 20.05.2019
     
  2. Bundesanzeiger, Bekanntmachung, 17.05.2019
     
  3. Robert-Koch-Institut (RKI), Epidemiologisches Bulletin, 13. April 2015
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