Iberogast-Alternativen für Schwangere und Stillende?

In der Vergangenheit konnte das pflanzliche Arzneimittel Iberogast auch bei Schwangeren und Stillenden eingesetzt werden, allerdings nur nach Rücksprache mit einem Arzt. Das ist ab sofort untersagt. Doch welche Alternativen gibt es für Schwangere und Stillende?

Schwangere in der Apotheke

Iberogast ist ein pflanzliches Arzneimittel, das zur Behandlung von funktionellen und motilitätsbedingten Magen-Darm-Erkrankungen wie Reizmagen- und Reizdarmsyndrom sowie zur unterstützenden Behandlung der Beschwerden bei Magenschleimhautentzündung (Gastritis) eingesetzt wird. Diese Erkrankungen äußern sich vorwiegend in Beschwerden wie Magenschmerzen, Völlegefühl, Blähungen, Magen-Darm-Krämpfen, Übelkeit und Sodbrennen.

Bisher konnte das Arzneimittel auch bei Schwangeren und Stillenden eingesetzt werden. Dies ist nach Hinweisen auf Leberschädigungen durch Schöllkraut jetzt untersagt.

Pflanzliche Alternativen zu Iberogast?

Auch die folgenden Phytopharmaka zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl, Krampfzuständen oder Blähungen dürfen bei Schwangeren nicht eingesetzt werden:

Embryotox Empfehlungen

Embryotox, das Pharmakovigilanz - und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin, ist ein mit öffentlichen Geldern gefördertes Institut. Seit 1988 bietet Embryotox unabhängige Informationen zur Verträglichkeit von Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit an. Folgende Empfehlungen gibt das Institut für Gastritis in der Schwangerschaft und Schwangerschaftserbrechen.

Gastritis in der Schwangerschaft

Wenn eine akute Gastritis in der Schwangerschaft nicht nach Meiden der exogenen reizenden Noxen und evtl. passagerer Nahrungskarenz abheilt, kann gegebenenfalls medikamentös unterstützt werden. Dazu werden Antacida wie Magaldrat und Sucralfat als Mittel der 1. Wahl empfohlen, H2-Rezeptorantagonisten wie Ranitidin sind Mittel der 2. Wahl. Laut Embryotox ist bei nicht ausreicher Behandlung Omeprazol einsetzbar.

Schwangerschaftserbrechen

Sollten Maßnahmen wie eine moderate Diät, die Einnahme mehrere kleiner Mahlzeiten und das Vermeiden unangenehmer Gerüche nicht helfen, so kann Doxylamin (in Kombination mit Pyridoxin) erachtet werden, obwohl das Arzneimittel momentan in Deutschland keine Zulassung bei Schwangerschaftserbrechen hat.

Mögliche Alternativen sind Dimenhydrinat oder Diphenhydramin (unter Beachtung der Einschränkungen), sowie Pyridoxin alleine oder Ingwer. Die genannten Medikamente sind sehr gut untersucht. Sie zeigten keine Erhöhung der Gesamtfehlbildungsraten.
Bei schweren Verläufen von Schwangerschaftserbrechen empfiehlt Embryotox Metoclopramid und Ondansetron. Beide sind gut untersucht und sehr effektiv, sollten aber wegen spezieller möglicher Nebenwirkungen nicht primär eingesetzt werden.

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 17.09.2018

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