Ixekizumab - neuer monoklonaler Antikörper gegen Psoriasis

Ixekizumab (Handelsname Taltz) soll als IL-17A-Inhibitor die Psoriasis-Behandlung erheblich verbessern. Nach Angaben des Pharmakonzerns Lilly wird der neue monoklonale Antikörper ab März 2017 erhältlich sein.

Schuppenflechte am Ellbogen

Ixekizumab wurde bereits im April 2016 von der EU-Kommission als First-Line-Therapeutikum zur Behandlung erwachsener Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die für eine systemische Therapie in Frage kommen, zugelassen. Das Pharmaunternehmen Lilly rechnet nächstes Frühjahr mit der Markteinführung. Dann würde sich das Portfolio der Medikamente gegen Psoriasis um einen neuen, humanisierten monoklonalen Antikörper erweitern. Im Moment laufen noch Vergleichsstudien mit anderen Psoriasis-Therapeutika. Entsprechende Ergebnisse sollen dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) für die frühe Nutzenbewertung vorgelegt werden. Ärzte wie Psoriasis-Patienten erhoffen sich von dem neuen Wirkstoff eine erhebliche Verbesserung im Therapiemanagement der Schuppenflechte.

Ixekizumab bindet IL-17A

Ixekizumab bindet als monoklonaler Antikörper an Interleukin 17A und neutralisiert es. Diese Wirkweise findet sich auch bei dem bereits 2015 für Psoriasis zugelassenen Wirkstoff Secukinumab (Cosentys von Novartis). Ixekizumab hat im Vergleich jedoch eine höhere Affinität zum inflammatorischen Zytokin IL-17A und wirkt so bereits in niedrigerer Dosierung als sein Vorgänger.

Interleukin 17A spielt eine wesentliche Rolle bei psoriatischen Entzündungsreaktionen. „Wir wollten eine Therapie entwickeln, die gezielt den Entzündungsprozess bei Psoriasis unterdrücken kann. Dies ist uns mit Taltz gelungen“, resümiert Simone Thomsen, Geschäftsführerin von Lilly.

Signifikante PASI 75-Reduktion

Bislang konnte Ixekizumab in 3 Hauptzulassungs-UNCOVER-Studien mit 3.866 teilnehmenden Patienten überzeugen. Die Studien erfolgten randomisiert, doppelblind und placebokontrolliert. Innerhalb der ersten zwölf Therapiewochen erreichten 89 Prozent aller Probanden eine Reduktion des Psoriasis Area Severity Index (PASI) um 75 Prozent. Ein PASI 75-Ergebnis wurde in der Placebogruppe in 2 der Hauptstudien bei lediglich 4 Prozent der Patienten erlangt. Die Etanercept-Verumgruppe schnitt mit 48 Prozent der Probanden ebenfalls deutlich schlechter ab. 71 Prozent der Probanden aus der Ixekizumab-Gruppe waren nach zwölf Therapiewochen nahezu symptomfrei (PASI 90), 41 Prozent hatten überhaupt keine Beschwerden mehr (PASI 100). Die Vergleichszahlen der Verumgruppen waren signifikant niedriger.

Ixekizumab hatte auch im optischen Vergleich die Nase vorn. 82 Prozent der mit dem Wirkstoff behandelten Patienten hatten nach zwölfwöchiger Therapie erscheinungsfreie bzw. nahezu erscheinungsfreie Haut (vs. 4 Prozent in der Placebogruppe und 39 Prozent bei den mit Etanercept behandelten Patienten).

Ixekizumab überzeugt auch bei längerer Anwendung

Ixekizumab konnte in seiner Wirksamkeit auch bei längerer Anwendungsdauer überzeugen. Die Beschwerdelinderung hielt bei einer Therapiedauer von bislang über 60 Wochen an und verbesserte sich sogar noch weiter. Die Behandlung wirkte sich auch auf das allgemeine Wohlbefinden aus. Mehr als 60 Prozent der Probanden aus der Ixekizumab-Gruppe gaben an, dass ihre Lebensqualität nicht mehr von der chronischen Psoriasis beeinträchtigt wäre.

Selbstständige subkutane Injektion

Taltz wird als subkutane Injektion mittels Fertigpen oder Fertigspritze verabreicht. Nach gründlicher Einweisung kann die Spritze vom Patienten selbst gesetzt werden. Die Initialdosis beträgt laut Herstellerempfehlung zweimal 80 mg Ixekizumab. Anschließend folgt eine zwölfwöchige Induktionsphase mit einer Injektion einmal alle zwei Wochen, danach einmal alle vier Wochen.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Schmerzen und lokale Reaktionen an der Einstichstelle sowie Infektionen im Nasen-, Rachen- und Brustbereich.

Autor: Dr. Christian Kretschmer (Arzt)

Stand: 21.12.2016

Quelle:

Lilly Deutschland GmbH, European Medicine Agency (EMA)

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