KBV gegen Grippeschutzimpfung durch Apotheker

Nach den Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sollen Apotheker künftig gegen Grippe impfen dürfen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) lehnt dies ab.

Apothekerin

„Impfungen sind mehr als die Injektion und nicht ohne Grund eine originär ärztliche Aufgabe“, betonte KBV-Vizechef Dr. Stephan Hofmeister. Er warnte vor einer Gefährdung des Patientenwohls.

Die KBV fürchtet, dass die von Gesundheitsminister Jens Spahn vorgesehenen Modellvorhaben, das „hohe Qualitätsniveau von Impfleistungen“ absenken könnte. So könnten seltene, aber schwerwiegende Komplikationen auftreten, die etwa im Falle eines allergischen Schocks sofortiger ärztlicher Notfallmaßnahmen bedürfen, heißt es in der Stellungnahme zum Referentenentwurf für ein Gesetz zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken.

Einmalschulung reicht nicht aus

Die KBV weist darauf hin, dass zu einer Impfung auch die Impfanamnese, die Aufklärung, der Ausschluss von akuten Erkrankungen und Kontraindikationen sowie bei bestehenden Erkrankungen die Bewertung, ob eine Impfung durchgeführt werden könne, gehören.

All dies setze eine entsprechende ärztliche Aus- und Weiterbildung voraus, „über die Apotheker jedoch nicht verfügen“. Eine einmalige theoretische ärztliche Schulung der Apotheker sei „keinesfalls ausreichend“.

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 20.05.2019

Quelle:

Pressemeldung der KBV, abgerufen am 20.05.2019

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