Rheuma an der Hand

Was ist Kevzara?

Kevzara ist ein neues Arzneimittel, das in Kombination mit Methotrexat (MTX) eingesetzt wird zur Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven rheumatoiden Arthritis (RA) bei erwachsenen Patienten, die auf ein oder mehrere krankheitsmodifizierende antirheumatische Arzneimittel(DMARDs) unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben. Kevzara kann als Monotherapie gegeben werden, wenn MTX nicht vertragen wird oder wenn eine Behandlung mit MTX ungeeignet ist.  Das Arzneimittel wird von der Firma Sanofi-Aventis Deutschland GmbH vertrieben.

In Deutschland ist das Arzneimittel ab sofort in 2 Stärken und unterschiedlichen Darreichungsformen erhältlich:

Wie wird das Arzneimittel angewendet?

Das Arzneimittel wird subkutan angewendet. Dazu wird der gesamte Inhalt der Fertigspritze bzw. des Fertigpens subkutan zu injiziert. Die Injektionsstellen sollten bei jeder Injektion abwechselnd genutzt werden. Kevzara darf weder in empfindliche, verletzte oder vernarbte Hautstellen noch in Hautstellen mit Blutergüssen verabreicht werden. Patienten können Kevzara auch selbst anwenden, wenn der behandelnde Arzt dies für angemessen erachtet.

Nebenwirkungen von Kevzara

In den klinischen Studien mit Kevzara wurden folgende Nebenwirkungen am häufigsten beobachtet: Neutropenie, erhöhte Alanin-Aminotranferase-(ALT-)Werte, Erythem an der Injektionsstelle, Infektionen der oberen Atemwege und Harnwegsinfektionen.  Infektionen waren die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen. Eine Auflistung aller Nebenwirkungen ist der Fachinformation zu entnehmen.

Wirkmechanismus

Kevzara enthält den Wirkstoff Sarilumab. Sarilumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper (Subtyp IgG1), der sowohl an lösliche als auch an membrangebundene Interleukin-6-Rezeptoren (IL-6Rα) spezifisch bindet. Er hemmt die IL-6-vermittelte Signalweiterleitung. IL-6 ist an Entzündungsprozessen beteiligt und in den Gelenken von Patienten mit rheumatoider Arthritis in hohen Konzentrationen vorhanden. Indem Sarilumab verhindert, dass IL-6 an seine Rezeptoren bindet, reduziert Sarilumab Entzündungen und andere mit rheumatoider Arthritis assoziierte Symptome.

Studienlage Kevzara

Kevzara wurde in drei Studien unter Beteiligung von über 2.100 Erwachsenen mit rheumatoider Arthritis geprüft. Dabei zeigte Kevzara Wirksamkeit bei der Reduzierung von Schmerzen und Schwellungen in Gelenken. Nach 24-wöchiger Behandlung war die Beweglichkeit der Gelenke verbessert und die Gelenkschädigung verlangsamt.

An der ersten Studie nahmen ca. 1 200 Patienten Teil, deren Erkrankung unzureichend auf die Behandlung mit Methotrexat angesprochen hatte; die Patienten erhielten Kevzara in Kombination mit Methotrexat bzw. Placebo in Kombination mit Methotrexat. Insgesamt 58 % der Patienten, die Kevzara 150 mg erhielten, und 66 % der Patienten, die Kevzara 200 mg erhielten, wiesen eine Reduzierung der Symptome um mindestens 20 % auf. Unter Placebo wiesen lediglich 33% der Patienten Reduzierungen der Symptome auf.  

An der zweiten Studie nahmen 546 Patienten teil. Ihre Erkrankung hatte zuvor nicht ausreichend auf einen TNF-α-Hemmer angesprochen bzw. die Patienten hatten diese nicht vertragen. Alle Patienten erhielten Kevzara oder Placebo in Kombination mit einem DMARD. 56 % der mit Kevzara 150 mg behandelten Patienten und 61 % der mit 200 mg behandelten Patienten wiesen eine Reduzierung der Symptome um 20 % oder mehr auf. Unter Placebo waren es lediglich  34 % der Patienten.

In der dritten Studie wurde Kevzara mit Adalimumab verglichen. An dieser Studie nahmen 369 Patienten teil. Die mit Kevzara behandelten Patienten wiesen eine deutliche Verbesserung der Gelenkfunktion auf.

PDFkevzara-fachinfo

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 15.08.2017

Quelle:

Sanofi-Aventis Deutschland GmbH