Kinderlax elektrolytfrei für Kinder erstattungsfähig

Nach Angaben des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ist es für Kinder im Alter von sechs Monaten bis elf Jahren zur Behandlung von Obstipationen verordnungs- und erstattungsfähig.

Kinderlax elektrolytfrei für Kinder erstattungsfähig

Kinderlax elektrolytfrei (Wirkstoff Macrogol) ist mit Wirkung vom 21. Juli 2016 in Anlage V der verordnungsfähigen Medizinprodukte gelistet. Nach Angaben des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ist es für Kinder im Alter von sechs Monaten bis elf Jahren zur Behandlung von Obstipationen verordnungs- und erstattungsfähig. Mit der Markteinführung des stuhlfördernden Medizinprodukts ist in den kommenden Monaten zu rechnen.

Kinderlax elektrolytfrei und Kinderlax mit Zitrusgeschmack

Die Pharmafirma InfectoPharm vertreibt zur Zeit Kinderlax mit Zitrusgeschmack als apothekenpflichtiges Arzneimittel und Kinderlax als rezeptpflichtiges Pulver. Kinderlax mit Zitrusgeschmack ist zur Behandlung von Obstipation bei Kindern im Alter von zwei bis elf Jahren zugelassen. So ist es auch als apothekenpflichtiges Medikament gemäß §34 SGB V erstattungsfähig. Zur Erläuterung: Nach diesem Paragrafen sind grundsätzlich alle Arzneimittel für Kinder unter zwölf Jahren sowie für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr verordnungsfähig und von der gesetzlichen Krankenkasse zu erstatten.

Obstipation im Kindesalter

Obstipation wird als Stuhlretention infolge unvollständiger Stuhlentleerungen definiert. Von chronischer Obstipation wird leitliniengerecht ab einer Beschwerdedauer von mehr als zwei Monaten gesprochen. Nach aktuellem, internationalem Standard (Rom-III-Kriterien) müssen für die Diagnosestellung mindestens zwei der folgenden Symptome bestehen:

  • weniger als drei Stuhlentleerungen pro Woche (bei gestillten Säuglingen sind Stuhlabgänge von fünf bis sechs Mal täglich bis einmal in zwei Wochen normal)
  • mehr als eine Episode pro Woche mit Stuhlschmieren
  • tastbare Stuhlmassen im Rektum oder Abdomen
  • gelegentliche Entleerungen großer Stuhlmassen
  • Rückhaltemanöver
  • schmerzhafter oder harter Stuhlgang.

Eine Obstipation kann vielfältig bedingt sein, beispielsweise durch strukturelle, alimentäre, medikamentöse, endokrine oder metabolische Ursachen. Ohne erkennbare Ursache spricht man von funktioneller Obstipation.

Autor: Dr. Christian Kretschmer (Arzt)

Stand: 05.08.2016

Quelle:

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

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