Neueinführung Kisqali (Ribociclib)

Kisqali ist ein neues Arzneimittel für Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs, das im September auf den Markt gekommen ist.

Neueinführung Kisqali (Ribociclib)

Was ist Kisqali?

Kisqali ist ein Proteinkinase-Inhibitor, der zur Behandlung des fortgeschrittenen oder metastasierenden Brustkrebses bei postmenopausalen Frauen eingesetzt wird. Eingesetzt wird Kisqali in Kombination mit einem Aromatasehemmer wie z.B. Letrozol, wenn die Tumorzellen Hormonrezeptor (HR)-positiv sind, aber negativ für den humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (HER-2) Kisqali enthält den Wirkstoff Ribociclib.

Wie wird Kisqali angewendet?

Kisqali ist als 200 mg-Tabletten erhältlich. Die übliche Dosierung beträgt 600 mg, also 3 Tabletten, einmal täglich über einen Zeitraum von 21 Tagen. Der 21tägigen Einnahme folgt eine 7tägige Pause. Die Einnahme soll jeden Tag etwa zur selben Zeit erfolgen. Während des gesamten Behandlungszyklus (28 Tage) wird der Aromatasehemmer einmal täglich eingenommen. Tabletten, die erbrochen oder vergessen wurden, sind nicht noch einmal einzunehmen.

Wie wirkt Kisqali?

Der Wirkstoff in Kisqali, Ribociclib, blockiert wie Palbociclib, das im Dezember 2016 auf den Markt kam,  die Aktivität der Cyclin-abhängige Kinasen 4 und 6 (CDK4 und CDK6). So spielt er eine wichtige Rolle für die Regulierung des Zellenwachstums und der Zellteilung. Durch die Blockierung von CDK4 und CDK6 verlangsamt Kisqali das Wachstum der Zellen des HR-positiven Brustkrebses.

Welchen Nutzen hat Kisqali in den Studien gezeigt?

In einer Hauptstudie, an der 668 Frauen mit HR-positivem und HER2-negativem Brustkrebs teilnahmen, wurde festgestellt, dass Kisqali wirksam ist. Der Hauptindikator für die Wirksamkeit war der progressionsfreie Überlebenzeitraum. Die Frauen erhielten entweder Kisqali in Kombination mit Letrozol oder Placebo in Kombination mit Letrozol.
Bei Frauen, die Kisqali und Letrozol einnahmen, verschlimmerte sich die Krankheit im Durchschnitt 25,3 Monate lang nicht, im Vergleich zu 16,0 Monaten bei Frauen, die Placebo und Letrozol einnahmen.

Welche Risiken sind mit Kisqali verbunden?

Sehr häufige Nebenwirkungen von Kisqali sind geringe Konzentrationen weißer Blutkörperchen, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Müdigkeit, Haarausfall und Ausschlag. Die vollständige Auflistung aller Nebenwirkungen und Einschränkungen ist der Fachinformation zu entnehmen.


Datum: 05.10.2017

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Quelle: Novartis Pharma GmbH