Körperstereotaktische Bestrahlung bei Lungenkrebs

In einer Pressemitteilung vom 6. Dezember 2017 informiert die DEGRO über Registerstudien ihrer Arbeitsgruppe Stereotaxie zur Therapie des nichtkleinzelligen Lungenkarzinoms mit körperstereotaktischer Bestrahlung.

Arzt schaut sich Röntgenaufnahmen an

Positive Ergebnisse der Studien

Die körperstereotaktische Bestrahlung (Stereotactic Body Radiation Therapy, SBRT) wird in der Radioonkologie sowohl bei der Behandlung des nichtkleinzelligen Lungenkarzinoms (Non Small Cell Lung Cancer, NSCLC) als auch bei der Bestrahlung von Lungenmetastasen eingesetzt. Die Arbeitsgruppe Stereotaxie der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) analysiert und bewertet die Methode der SBRT und baute weltweit Registerstudien auf. Die Resultate zeigen nach zwei Jahren eine sehr gute Kontrolle von Lungentumoren unter stereotaktischer Bestrahlung und eine Steigerung des Gesamtüberlebens. Zur Verbesserung der SBRT in der Praxis konnte durch Ableitung zahlreicher Ergebnisse beigetragen werden.

Rasche Weiterentwicklung der SBRT

Die SBRT zählt zu den neueren Methoden der Radioonkologie und wird bei kleinen, klar abgegrenzten Befunden angewendet. „Mit der stereotaktischen Bestrahlung erreichen wir nicht nur eine hohe lokale Tumorkontrolle, die Patienten vertragen die Behandlung auch sehr gut“, erklärt Professor Dr. med. Matthias Guckenberger, Direktor der Klinik für Radio-Onkologie am UniversitätsSpital Zürich und Leiter der DEGRO-Arbeitsgruppe Stereotaxie. „Die SBRT hat sich analog zu anderen technischen und klinischen Fortschritten in der Radioonkologie rasant weiterentwickelt. Viele Details der klinischen Praxis sind jedoch noch nicht standardisiert“, gibt Dr. Guckenberger zu bedenken. „Nur wenn wir die SBRT anhand von Patientendaten systematisch erforschen und evaluieren, können wir eine breite und sichere Anwendung der Therapie gewährleisten“, so der Radioonkologe.

Erstellen von Behandlungsempfehlungen

Die Arbeitsgruppe befasst sich seit 2011 mit der SBRT beim NSCLC im frühen Stadium. Das NSCLC stellt mit 80 Prozent der diagnostizierten Fälle die häufigste Lungenkrebsform dar. Daten aus Zentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz gingen in die Analyse ein. Die erfassten Patienten- und Behandlungsdaten im Register wurden von den Forschern ausgewertet. „Die Details der SBRT wurden an den einzelnen beteiligten Zentren unterschiedlich praktiziert, einen klar definierten Behandlungs-Standard gab es nicht in allen technischen Fragen. Die Analyse der AG-Datenbank erlaubte es uns, wichtige Details zur optimalen Praxis der SBRT herauszuarbeiten und entsprechende Behandlungsempfehlungen zu erstellen“, erklärt Dr. Guckenberger.

Bestrahlungsdosis als wichtiger Einflussfaktor

Die 2012 initiierte retrospektive Registerstudie zur Bestrahlung von Oligometastasen zeigte, dass nach 14 Monaten bei über 80 Prozent der Patienten die Metastasen kontrolliert werden konnten, was zu einem Gesamtüberleben von 54 Prozent führte. „Der wichtigste Einflussfaktor auf die lokale Tumorkontrolle war bei den Lungenmetastasen wie beim frühen NSCLC die Bestrahlungsdosis“, betont Combs, Pressesprecherin der DEGRO. Das Gesamtüberleben dagegen hing vom Ausmaß der Oligometastasierung, dem Allgemeinzustand der Patienten und der Zeitspanne zwischen Erstdiagnose und Metastasierung ab.

Datenbank als Entscheidungshilfe

Aus der Analyse der Patientendaten resultierte auch ein weiteres Instrument zu einer wichtigen Frage in der Therapieentscheidung: Welcher Patient profitiert von einer SBRT? „Auf der Basis der DEGRO-AG-Stereotaxie-Datenbank können wir grafische Darstellungen erzeugen, sogenannte Nomogramme, mit denen wir das Gesamtüberleben abschätzen können “, erklärt Dr. Guckenberger.

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