Neueinführung Lartruvo

Lartruvo ist ein neues Krebsarzneimittel für die Behandlung von Weichgewebesarkomen. Das Arzneimittel enthält den Wirkstoff Olaratumab und zählt zu den sogenannten Orphan drugs. Es wurde zum 1. Dezember 2016 in den Markt eingeführt.

Patientenakte

Was ist Lartruvo?

Lartruvo  ist ein Krebsarzneimittel der Firma Lilly Deutschland GmbH, das zur Behandlung von Erwachsenen mit fortgeschrittenem Weichgewebesarkom angewendet wird. Das Arzneimittel enthält den Wirkstoff Olaratumab.  Lartruvo wird in Kombination mit Doxorubicin bei Patienten angewendet, wenn diese weder operativ noch durch Radiotherapie behandelt werden können und zuvor auch noch nicht mit Doxorubicin behandelt wurden. Das Weichgewebesarkom ist eine seltene Erkrankung, deshalb ist Lartruvo seit dem 12. Februar 2015 als Orphan drug ausgewiesen.

Wie wird Lartruvo angewendet?

Lartruvo ist als Infusionslösung erhältlich. Die Patienten sind während der Infusion auf Anzeichen und Symptome infusionsbedingter Reaktionen zu überwachen. Die empfohlene Dosis beträgt 15 mg /kg Körpergewicht. Die Infusionen sollten über den Zeitraum von drei Wochen zweimal an den Tagen 1 und 8 verabreicht werden. Der dreiwöchige Zyklus wird solange wiederholt, bis sich die Erkrankung verschlechtert bzw. die Nebenwirkungen inakzeptabel werden.  Maximal werden 8 Behandlungszyklen in Kombination mit Doxorubicin gegeben. Dabei wird das Doxorubicin an Tag 1 nach der Lartruvo-Infusion gegeben. Danach erfolgt eine Lartruvo – Monotherapie, wenn sich der Zustand des Patienten nicht verschlechtert hat.

Wie wirkt Olaratumab, der Wirkstoff von Lartruvo?

Olaratumab ist ein monoklonaler Antikörper. Er erkennt den Thrombozyten-Wachstumsfaktor-Rezeptor alpha (PDGFRα), ein Protein, und bindet daran. Das Protein findet sich häufig an der Oberfläche von Zellen und spielt eine Rolle bei der Regulierung der Zellvermehrung. Bei Krebserkrankungen wie dem Weichgewebesarkom ist das Protein in hoher Konzentration vorhanden bzw. überaktiv und führt dazu, dass Zellen kanzerös werden. Dadurch dass Olaratumab an das Protein PDGFRα bindet wird die Aktivität von PDGFRα blockiert und das Tumorwachstum verlangsamt.

Häufige Nebenwirkungen

Sehr häufig treten während der Behandlung mit Lartruvo die folgenden Nebenwirkungen auf:

  • Übelkeit
  • Knochen- und Muskelschmerzen
  • Neutropenie
  • Mukositis

Durch infusionsbedingte, allergische Reaktionen und Mukositis musste die Behandlung am häufigsten abgebrochen werden.

Studienergebnisse von Lartruvo

In einer Studie mit 133 Erwachsenen mit fortgeschrittenem Weichgewebesarkom wurde Lartruvo untersucht. Die Patienten der Studie konnten sich zuvor weder einer Radiotherapie noch einer Operation unterziehen und wurden auch noch nicht mit Doxorubicin oder anderen Anthracyclinen behandelt. Im Rahmen der Studie konnte gezeigt werden, dass die Patienten, die mit Doxorubicin und Lartruvo behandelt wurden, länger progressionsfrei überlebten, als Patienten, die nur mit Doxorubicin alleine behandelt wurden. Patienten, die die Kombination aus Lartruvo und Doxorubicin erhielten, lebten im Durchschnitt 6,6 Monate ohne Verschlechterung. Im Vergleich dazu lebten die nur mit Doxorubicin behandelten Patienten 4,1 Monate ohne Verschlechterung. Insgesamt überlebten die Patienten, die mit der Kombination aus Lartruvo und Doxorubicin behandelt wurden, fast doppelt so lange wie die nur mit Doxorubicin behandelten Patienten: 26,5 Monate zu 14,7 Monaten.

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 06.12.2016

Quelle:

European Medicines Agency (EMA)

  • Teilen
  • Teilen
  • Teilen
  • BookmarkMerken
  • Drucken
  • Empfehlen
Anzeige