Leitfaden "Parenterale Ernährung" veröffentlicht

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) hat aktuelle Informationen zur „parenteralen Ernährung“ veröffentlicht.

Parenterale Ernaehrung

Die aktuelle Ausgabe der Arzneiverordnungen in der Praxis (AVP) widmet sich im Bereich Therapie aktuell der parenteralen Ernährung. Die Autoren geben Hinweise zu den Indikationen, der Wahl des Zugangs und zur Durchführung der parenteralen Ernährung. Sie informiert aber auch, welche Komplikationen bei der parenteralen Ernährung auftreten können.

Indikationen für parenterale Ernährung

Wenn der Makro- und Mikronährstoffbedarf eines Patienten nicht durch eine orale oder enterale Ernährung über gastrointestinale Sonden gedeckt werden kann, besteht die Indikation zur intravenösen („parenteralen“) Ernährung.

  • Nach Traumata
  • Diskontinuitätsresektionen im Verdauungstrakt
  • Ausgedehnte Dünndarmresektionen (Kurzdarmsyndrom)
  • Onkologische Erkrankungen
  • Seltene funktionelle Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes

Kontraindikationen

Generell ist die parenterale Ernährung kontraindiziert, wenn eine enterale Ernährung möglich ist. Bei den meisten Langzeit-parenteral ernährten Patienten liegt eine maligne Erkrankung oder ein Kurzdarmsyndrom mit chronischen Darmversagen vor.

Wahl des geeigneten Zugangs

Sowohl subkutan tunnelierte Katheter (Hickman/Groshong-Katheter, Brovia-Katheter) als auch implantierbare Dauerkatheter sind nach Meinung der Autoren für eine langfristige parenterale Ernährung geeignet. Hat der Patient bereits einen Port, so ist dieser für die parenterale Ernährung zu nutzen.

Komplikationen vermeiden

Metabolische Komplikationen der parenteralen Ernährung können durch laborchemische Kontrollen, Einhalten der Grenzwerte und Anpassung der Substratzufuhr weitestgehend vermieden werden. Hauptkomplikation der parenteralen Ernährungstherapie ist die mikrobielle Besiedlung des Katheters; bei Auftreten typischer Infektanzeichen muss die Infusion sofort unterbrochen und der Patient in einer Klinikambulanz vorgestellt werden.

Erstellung und Anpassung des Infusionsregimes nur durch spezialisierte Zentren

Um unnötige Komplikationen der künstlichen Ernährungstherapie zu vermeiden, soll die Erstellung und Anpassung der jeweiligen Infusionsregime und die Überwachung und Koordination dieser Therapie spezialisierten Zentren vorbehalten sein.

Fazit für die Praxis

Bei strenger Indikationsstellung ist die parenterale Ernährungstherapie eine etablierte Therapieform, um die Makro- und Mikronährstoffzufuhr zu gewährleisten, wenn diese durch orale oder enterale Ernährung nicht mehr ausreichen möglich ist. Die Verabreichung von industriell vorproduzierten bzw. individuell nach den Erfordernissen eines Patienten zusammengestellten All-in-One-Lösungen erlaubt eine sichere und effektive Ernährungstherapie auch im häuslichen Umfeld des Patienten.

Autor: Ellen Reifferscheid (Apothekerin)

Stand: 20.04.2019

Quelle:

Information der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), abgerufen am 18.04.2019

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