Lisvy - Mini-Patch zur Kontrazeption

Auf der Pressekonferenz der Pharmafirma Gedeon Richter in Hamburg wurde das neue Kontrazeptionspflaster Lisvy vorgestellt. Das matrixdiffussionskontrollierte transdermale therapeutische System (TTS) wird ab Oktober 2015 erhältlich sein.

Aerztin Medikament

Damit erweitert sich das Portfolio der hormonellen Kontrazeptiva um ein zweites Pflaster zur Kontrazeption. Das erste Verhütungspflaster brachte Janssen Cilag 2002 mit Evra auf den Markt.

Wirkstoffabgabe mit Mikropille vergleichbar

Lisvy enthält eine Fixkombination aus 2,1 mg Gestoden und 550 µg Ethinylestradiol. Davon werden innerhalb von 24 Stunden 60 µg Gestoden und 13 µg Ethinylestradiol abgegeben. Die Wirkstofffreisetzung entspricht somit in etwa der einer niedrig dosierten Mikropille (60 µg Gestoden und 20 µg Ethinylestradiol). Das Pflaster besteht aus insgesamt 5 Lagen. Die Wirkstoffe sind dabei in einer Wirkstoffmatrix eingebettet.

Im Vergleich dazu enthält Evra 6 mg Norelgestromin und 600 µg Ethinylestradiol. Freigesetzt werden pro Tag 203 µg Norelgestromin und 33,9 µg Ethinylestradiol. Unabhängig von dem anderen Gestagen ist die Wirkstoffkonzentration gegenüber Lisvy deutlich höher.

Anwendung

Lisvy wird alle 7 Tage neu auf eine andere Hautpartie geklebt. Empfehlenswerte Stellen sind Unterbauch, Gesäß oder die Außenseite der Oberarme – es darf jedoch nicht auf die Brust geklebt werden. Vor dem Aufbringen sollte die Haut unverletzt, sauber, trocken und möglichst unbehaart sein. Nach 3 Wochen Anwendung folgt eine pflasterfrei Pause von einer Woche, in der die Entzugsblutung einsetzt. Anschließend wird die Pflasterbehandlung wie zuvor im 28-Tage-Zyklus fortgeführt.

Bislang wurden Sicherheit und Wirksamkeit der Anwendung nur bei Frauen zwischen 18 und 45 Jahren belegt.

Größe und Klebeeigenschaften

Lisvy ist ein transparentes dünnes Pflaster mit einem Durchmesser von 3,7 cm und 11 cm2 Größe. Laut Hersteller soll das Patch kaum sichtbar sein und durch den Polyacryl-Kleber aus Kolophoniumester sehr gut auf der Haut haften. Studien zufolge berichteten nur 5,7 % der teilnehmenden Frauen von einer vollständigen unerwünschten Ablösung des Pflasters. Zudem wirbt Gedeon Richter mit einer hohen Widerstandsfähigkeit des Pflasters. Duschen, Baden, Schwimmen, Sport und Sauna sollen die Haftfähigkeit kaum beeinträchtigen. Selbst einen Sonnenschutz vor UV-Exposition hätte das Pflaster zu bieten – so die Pharmafirma.

Nebenwirkungen

Wie bei jedem hormonellen Kontrazeptivum sind auch bei Lisvy Brustschmerzen und Spannungsgefühle in den Brüsten während der Anwendung möglich. Weitere häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Hautreaktionen an der Applikationsstelle, emotionale Schwankungen und Zwischenblutungen.

Originaldatei: http://www.gedeonrichter.de/fileadmin/project/gedeonrichter.de/upload/Dokumente/Produkte-Fachinfos/FI_Lisvy_Stand_06.2015.pdf

Autor: Dr. Christian Kretschmer, Arzt

Stand: 20.10.2015

Quelle:

Gedeon Richter Pharma GmbH

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